Bahn und Bus in Luxemburg
Geschichte
Technik und Betrieb
Fotos und Tonaufnahmen
Ausflugstipps
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Geschichte
Im Jahr 1853 gab es den ersten Vorschlag für eine Eisenbahn in Luxemburg. Die erste Strecke, Luxemburg–Bettemburg–französische Grenze, wurde am 11. August 1859 eröffnet. Die größte Ausdehnung des Normalspurnetzes wurde bereits 1900 erreicht, zusätzlich wurden auch noch einige Schmalspur-Nebenstrecken gebaut. Die Schmalspur ist längst verschwunden, aber die meisten Normalspurstrecken existieren bis heute. Von 1927 an gab es auch eine Straßenbahn im Großherzogtum: zunächst im Industriegebiet des Kantons Esch im Süden (1958 stillgelegt), später auch in der Hauptstadt (1964 stillgelegt). Wo die Bahn nicht fährt, wird sie natürlich wie überall durch den Bus ergänzt. In jüngerer Zeit gibt man auch der Straßenbahn wieder eine Chance: Zunächst war dem Karlsruher Modell folgend eine „Train-Tram“ sowohl auf Straßenbahn- als auch auf Eisenbahngleisen geplant, die auch das bisher schienenlose Europaviertel Kirchberg in Luxemburg-Stadt bedienen sollte. Es kam dann aber doch anders, und zwischen Kirchberg und Innenstadt fährt seit 2017 eine „normale“ Straßenbahn, die sukzessive verlängert wird.
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Technik und Betrieb
Eisenbahn (Betreiber: Chemin de Fer Luxembourgeois/CFL): Die Linien gehen sternförmig von der Hauptstadt aus. Das dichteste Streckennetz befindet sich im industriell geprägten Süden. Alle Linien werden im Taktverkehr (30- oder 60-Minuten-Takt) betrieben mit einigen Verstärkerzügen zur Hauptverkehrszeit. Die meisten Fahrpläne sind symmetrisch zur Minute 00.
Aufgrund der vielen Grenzpendler spielen die Strecken in die Nachbarländer eine immer wichtigere Rolle: Nach Frankreich gibt es inzwischen vier, nach Belgien drei und nach Deutschland einen Grenzübergang. Die Strecken Esch-sur-Alzette–Audun-le-Tiche und Rodange–Longwy dienen dabei nur dem Pendlerverkehr, werden entsprechend nur montags bis freitags und sehr eingeschränkt samstags bedient und enden direkt hinter der Grenze. Andere Strecken sehen dafür regelmäßig IC- und sogar TGV-Züge.
Das gesamte luxemburgische Streckennetz ist mit 25 kV, 50 Hz Wechselstrom wie im angrenzenden Frankreich elektrifiziert. Die Strecke Luxemburg–Kleinbettingen bildete bis 2018 mit dem belgischen 3-kV-Gleichstromsystem eine Ausnahme. Der Systemwechsel nach Deutschland und Belgien findet jeweils auf freier Strecke an oder nahe der Grenze statt. Daher müssen hier Mehrsystemfahrzeuge eingesetzt werden, die Dieselzüge unter Fahrdraht gehören inzwischen der Vergangenheit an.
Interessant ist auch noch der gute Zustand der Infrastruktur in Luxemburg: Die Bahnhöfe sind sehr sauber, und auch die Überholgleise sind meist noch vorhanden und im guten Zustand.
Bus (Betreiber: CFL, RGTR, AVL, TICE): Die Bahngesellschaft CFL betreibt als Ergänzung zum Schienennetz auch Busse. Diese laufen – gemeinsam mit den Bussen von 11 privaten Verkehrsunternehmen – unter der Bezeichnung Régime Général des Transports Routiers (RGTR). Das RGTR wird vom Verkehrsministerium verwaltet, das über Genehmigungen für alle Überlandlinien entscheidet. Die Stadtbusse in der Hauptstadt werden unter deren eigener Regie (Autobus de la Ville de Luxembourg/AVL, unter der Marke Multiplicity) betrieben, teilweise in Kooperation mit RGTR-Unternehmen (service coordonné). Als Relikt aus der Straßenbahnzeit gibt es in der Region Esch/Alzette außerdem das Syndicat des Tramways Intercommunaux du Canton d'Esch (TICE), das ein relativ dichtes Busnetz im „Ruhrgebiet“ Luxemburgs betreibt.
Straßenbahn (Betreiber: Luxtram): Seit 2017 fährt in der Hauptstadt wieder eine Straßenbahn („Stater Tram“), zuerst auf dem Kirchberg und dann schrittweise weiter in Richtung Innenstadt und Flughafen. Die von CAF in Spanien gebauten Wagen sind nach französischem Vorbild ansprechend designt. In der Innenstadt wird die Bahn ohne Oberleitung aus Akkus gespeist, um das Stadtbild nicht zu stören – auch das eine aus dem südlichen Nachbarland abgeguckte Lösung.
Standseilbahn (Betreiber: CFL): Um das Verkehrskonzept für den Kirchberg mit seinen überlasteten Zufahrtsstraßen zu vervollständigen, wurde 2017 auch eine Standseilbahn vom neuen Haltepunkt Pfaffenthal-Kirchberg in das Geschäftsviertel eröffnet.
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Fotos und Tonaufnahmen
| Eisenbahn |
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| Ansage aus einem CFL-Zug: „Beetebuerg – Bettembourg. Reesender a Richtung Diddeleng oder Volmerange-les-Mines sinn gebieden ëmzesteigen. – Les voyageurs en direction de Dudelange ou Volmerange-les-Mines sont priés de changer de train.“ (2006, 0:18 min WAV, 73,5 KB) | |
| Ansage aus einem CFL-Zug: „Nächsten Arrêt: Schieren. A Fahrtrichtung riets erausklammen. – Prochain arrêt: Schieren. Descente à droite dans le sens de la marche.“ (2026, 0:14 min WAV, 920 KB) | |
| Ansage aus dem Bahnhof Pétange: „Gleis 2: RB-Zuch a Richtung Lëtzebuerg iwwer Esch-Uelzecht leeft eran. – Voie 2: Entrée en gare du train RB vers Luxembourg via Esch-sur-Alzette.“ (2026, 0:14 min WAV, 2,45 MB) | |
| Bus |
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| Straßenbahn |
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| Standseilbahn | ![]() |
| Fahrkarten und Aushänge |
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Ausflugstipps
Fahrkarten: Seit dem 29. Februar 2020 ist die Mitfahrt im gesamten ÖPNV des Landes komplett gratis. Kostenpflichtig sind nur noch die Mitfahrt in der 1. Klasse der Eisenbahn sowie der Grenzübertritt in die Nachbarländer. Wer ein Deutschlandticket hat, kann dieses auch für den Grenzübertritt von und nach Deutschland nutzen (außer für die Linie Luxemburg–Saarbrücken, die als Fernverkehr gilt). Alle anderen können ein Ticket der Verkehrsverbünde Saarland oder Trier oder eine DB-Fahrkarte bis zur Grenze kaufen.
Pulvermühle-Viadukt: Das klassische Fotomotiv in Luxemburg-Stadt. Als Aussichtspunkt empfiehlt sich die Montée de Clausen, von wo aus man einen prima Blick nicht nur auf den Viadukt, sondern auch auf den Stadtgrund hat – so heißt der im tief eingeschnittenen Tal der Petruss liegende Teil der Stadt im Gegensatz zur Altstadt auf dem Felsen, der Luxemburg den Spitznamen „Gibraltar des Nordens“ eingebracht hat. Zu sehen gibt es außer CFL-Material auch mal einen belgischen IC.
Tram-Museum: In der Nähe des P+R-Zentrums Bouillon am Rande der Hauptstadt gibt es ein Museum, das die 1964 stillgelegte erste Straßenbahn und die Busse der Stadt zum Thema hat. Außer jeder Menge alter Fahrzeuge gibt es hier auch Fotos und andere zeitgenössische Dokumente zu sehen. Das Museum hat nur donnerstags von 13.30 bis 17.30 Uhr und samstags und sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet, dafür ist der Eintritt frei.
Industrie: Der Süden Luxemburgs, die so genannte Minette, ist sehr durch den Abbau und die Verarbeitung von Eisenerz geprägt. Viele der Anlagen sind inzwischen stillgelegt und geben der Gegend dadurch einen etwas morbiden Charme. Dagegen ist in Esch-Belval zwischen den alten Hochöfen ein komplett neues Viertel inklusive der Universität des Landes entstanden. Für Industriefans lohnt besonders eine Tour über die Strecken Bettemburg–Volmerange, Esch–Petingen–Athus und die Buslinien der TICE.
Landschaft: Die gibt es vorwiegend im Norden zu sehen, der von der Bahn durch die Strecken Luxemburg–Ulflingen (Troisvierges)–Belgien und Kautenbach–Wiltz erschlossen wird. Hier geht es kurven- und tunnelreich durch die Ausläufer der Ardennen. Auch einige sehenswerte Städtchen wie Clervaux liegen an der Strecke.
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Zum Weiterlesen
Verwendete Quellen
→ mobiliteit.lu: Mobilitätsportal des Landes inkl. Fahrplanauskunft
→ Wikipedia: Geschicht vun der Eisebunn zu Lëtzebuerg (luxemburgisch)
→ Wikipedia: Stater Tram
→ rail.lu (ausführliche Fanseite über die Eisenbahn in Luxemburg und Umgebung)
→ Offizielle Seite des Bus- und Straßenbahnmuseums der Stadt Luxemburg
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