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Busse & Bahnen > Reiseberichte > Leicester 2012/13

Reisebericht Leicester 29.12.12-2.1.13

Planung
Hinfahrt
Rückfahrt

Planung

Nach vier Jahren wollten wir Silvester 2012 mal wieder in Leicester verbringen. Die Planung geht Ende Oktober los: Fliegen ist da schon relativ teuer, außer mit Ryanair, aber dort würde ich so spät in Stansted bzw. Hahn ankommen, dass ich mein Ziel nicht mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen würde. Also geht diesmal die Hin- und Rückfahrt mit dem Eurostar. Diesmal ergattere ich tatsächlich London-Spezials für die Hin- und Rückfahrt, wenn auch nicht unbedingt günstig: 84 Euro für Recklinghausen–London und 114 Euro für London–Aschaffenburg. London–Leicester und zurück buche ich für 30 Pfund (37,27 Euro). Da ich diesmal direkt bei East Midlands Trains buche, spare ich mir pro Richtung 1 Pfund Buchungsgebühr. Praktischerweise hat East Midlands Trains so auch meine E-Mail-Adresse und kann mich kurz vor der Abfahrt darüber informieren, dass wegen einer Zugentgleisung ein Notfahrplan gefahren wird und ich etwas später in Leicester ankommen werde. Da ich ohnehin länger auf den Bus zu meiner Gastgeberin warten muss, ist das aber kein Problem.

Hinfahrt

Samstag, 29.12.12

Recklinghausen Hbf       ab 13.54 RE 10218
Duisburg Hbf             an 14.33
Duisburg Hbf             ab 14.42 RE 10521
Köln Hbf                 an 15.29

Anders als bei der letzten Leicester-Fahrt kann ich diesmal ausschlafen. Meine Mutter bringt mich zum Bahnhof, wo der RE 2, der seit einigen Jahren den Endpunkt Düsseldorf hat, pünktlich abfährt. Angesichts der Menschenmassen im Zug stelle ich mich mitsamt meinem Koffer in den Einstiegsraum. Erst in Gelsenkirchen finde ich einen Sitzplatz im Oberstock. In Duisburg muss ich leider den Bahnsteig wechseln, und die Zeit reicht auch nicht für eine Currywurst von meiner Lieblingsbude. Der RE 5 Richtung Koblenz ist ebenfalls püntklich, diesmal finde ich gleich einen Sitzplatz. Ohne weitere Vorkommnisse erreichen wir Köln Hbf, wo ich mich auf Gleis 6 begebe und die Currywurst nun dort kaufe.

Köln Hbf                 ab 15.43 ICE 14
Bruxelles-Midi           an 17.35

Der ICE aus Frankfurt fährt pünktlich ein, und ich stelle erfreut fest, dass es sich um eine Baureihe 406 handelt. Wegen Mangels an belgientauglichen Fahrzeugen ist zu dieser Zeit häufig ein außerplanmäßiger Umstieg in Düren nötig, der heute aber entfällt. Die für diesen Zug nicht obligatorische Reservierung hat sich gelohnt: Der Zug kann wegen der vielen einsteigenden Passagiere erst einige Minuten später abfahren. Und bis die Fahrgäste im Wagen sich entwirrt haben, vergehen auch noch einige Minuten. Zum Glück gehöre ich nicht zu den Leuten, die im Gang stehen müssen und kann gemütlich meine Currywurst aufessen.
Schnell beschleunigt der Zug auf den Ferngleisen der viergleisigen Strecke auf 250 km/h, und kurz vor Düren huscht der Gegenzug vorbei. In Aachen haben wir einige Minuten Aufenthalt zum Systemwechsel, der offenbar problemlos vonstatten geht. Hinter Aachen ist der alte Buschtunnel inzwischen saniert, so dass der Verkehr nach Belgien jetzt wieder komplett zweigleisig läuft. Gleich hinter der Grenze beginnt die Hochgeschwindigkeitsstrecke, die 2008 noch nicht vom ICE befahren wurde. Heute geht es aber flott parallel zur Autobahn nach Lüttich, wo wir wiederum einige Minuten Aufenthalt haben. Ich überlege kurz, ob ich aussteigen soll, um Fotos von TEC-Bussen zu machen, aber das ist mir mit meinem Gepäck zu umständlich. Außerdem wird es langsam dunkel, so dass ich auf der Weiterfahrt über die schon länger eröffnete NBS nicht mehr viel von Belgien sehe. Nur den Bahnhof von Löwen, den wir ohne Halt durchfahren, sowie die anschließende Brauerei Stella Artois kann ich erkennen. Kurz danach erreichen wir Brüssel Nord sensationsverdächtige 6 Minuten vor Plan. Hier verlässt der Großteil der Passagiere den Wagen, nachdem es schon in Aachen ein wenig leerer geworden war. Durch den Innenstadttunnel erreichen wir pünktlich um 17.35 Uhr den Südbahnhof, wo der Zug am Bahnsteig auf die Rückfahrt nach Frankfurt wartet.
Da samstags der Takt der Eurostars nicht sehr dicht ist, habe ich nun leider zwei Stunden Aufenthalt. Ich gehe zunächst in den U-Bahnhof und investiere 2 Euro in ein Einzelticket, um endlich ein vernünftiges Foto von einer Bahn zu machen. Dank meiner neuen Kamera gelingt mir das ohne Blitz und auch ohne Beschwerden von Sicherheitsleuten. Anschließend durchsuche ich den Bahnhof und seine Umgebung nach einem Imbiss, um die Currywurst mit original belgischen Pommes zu komplettieren. Erstaunlicherweise finde ich dazu aber keine Gelegenheit. Dann suche ich die Lounge und finde sie schließlich im Südgang. Mit meiner silbernen BahnCard könnte ich sie benutzen, leider hat sie aber am Wochenende geschlossen. Also kaufe ich mir bei Subway eine Fanta und bleibe dort noch ein bisschen sitzen. Von hier habe ich einen hervorragenden Blick auf den Check-in des Eurostar, wo sich bereits eine lange Schlange gebildet hat. Nachdem sie deutlich kürzer geworden ist, stelle ich mich schließlich auch an.

Bruxelles-Midi           ab 19.52 EST 9161
London St. Pancras Int.  an 21.06

Mein DB-Online-Ticket hat zwar einen Barcode, der aber nicht vom automatischen Check-in des Eurostar erkannt wird. Ich muss also zum manuellen Check-in und bekomme einen Stempel auf mein Ticket. Es folgt die schon bekannte Prozedur: belgische Aus- und britische Einreisekontrolle sowie Sicherheitskontrolle. Für Fahrgäste nach Lille gibt es einen Gang, um die Kontrollen zu umgehen, allerdings werden, wie ich später erfahre, für diese Relation überhaupt keine Fahrscheine mehr verkauft. Offensichtlich hatten sich die Briten beschwert, weil die fehlende Kontrolle zur illegalen Einwanderung ins Vereinigte Königreich missbraucht wurde. Nun sind es noch etwa 40 Minuten bis zur Abfahrt des Zuges, die ich im Wartebereich verbringe. Schon bevor der Zug zum Einsteigen freigegeben wird, bildet sich eine lange Schlange. Erst als diese sich etwa 10 Minuten vor Abfahrt auflöst, gehe ich zum Zug, in dem mein Platz diesmal im letzten Wagen ist.
Der Zug fährt pünktlich ab, und wegen der Dunkelheit gibt es draußen nicht viel zu sehen. In Lille steigen noch einige Fahrgäste zu, so dass mein Nebenplatz von nun an auch besetzt ist. Und auch in Calais-Fréthun kurz vor der Tunneleinfahrt halten wir. Trotz des Check-ins werden die Fahrscheine auch im Zug noch einmal kontrolliert, und laut Ansage müssen sich auch Reisende, die in Lille oder Calais aussteigen, für eine Fahrscheinkontrolle bereit halten. Der Sinn von beidem wird mir nicht so ganz klar. Laut Ansage gibt es außerdem im Barwagen wegen eines „Cateringproblems“ nur Getränke, was aber später auf „Getränke und Snacks“ korrigiert wird. Kurz nachdem wir in den Eurotunnel eingefahren sind, gehe ich mir also einen Schokoriegel kaufen. Da ich auf der linken Seite sitze, gibt es übrigens draußen nur dunkle Tunnelwand zu sehen. In alter Tradition will ich wieder meinen MP3-Player herausholen, aber da erreichen wir schon die englische Seite – ganz ungewohnt, da ich noch nie im Dunkeln hier angekommen bin. Kurz vor Ashford gibt es einen kurzen Halt auf freier Strecke, bevor wir dann als einer von wenigen Brüsseler Zügen auch im Bahnhof halten. Ebbsfleet direkt vor dem Themsetunnel lassen wir dagegen aus, und nach einem kurzen Blick auf die Themsebrücke von Dartford rollen wir fast pünktlich in London ein.

London St. Pancras Int.  ab 21.30
Leicester                an 22.52

Der Weg an 18 Wagen vorbei zum Querbahnsteig ist ziemlich lang. Trotzdem oder gerade deswegen mache ich unterwegs noch zwei Fotos. Beim Hinuntergehen Richtung Ausgang stelle ich erstaunt fest, dass es hier eine weitere Passkontrolle gibt (meine späteren Recherchen bestätigen, dass das neu ist). Zum Glück geht es in der Schlange recht schnell voran. Als ich dran bin, muss ich noch mein Ticket hervorkramen und muss mich nun sehr beeilen, um meine vorbestellten Fahrscheine noch aus dem Automaten zu ziehen. Die Angestellte an der Sperre lässt mich ohne Kontrolle passieren, so dass ich in letzter Minute den Zug noch erreiche. Beim Einsteigen schaue ich noch mal auf die Fahrscheine, um meine Platznummer herauszufinden – und stelle fest, dass der Automat nur die Fahrkarten für die Rückfahrt ausgedruckt hat. Also setze ich mich erst mal auf einen freien Platz und warte auf den Schaffner. In der Zwischenzeit stelle ich fest, dass es hier kostenloses Internet über WLAN gibt, was ich gleich ausnutze. Als der Schaffner kommt, erzähle ich ihm meine Geschichte und zeige ihm die Buchungsbestägigung dazu. Er akzeptiert beides anstandslos, so dass ich erleichtert weiter fahren kann.
Aufgrund des Notfahrplans hält der Zug, der sonst ohne Halt nach Leicester durchgefahren wäre, an mehreren Zwischenstationen, an denen es immer leerer wird. Leicester, das wir um 22.52 Uhr erreichen, ist außerplanmäßige Endstation. Die Strecke weiter nach Norden wird an diesem Abend nur von Bussen bedient, weil die Folgen der Entgleisung beseitigt werden. Ich verlasse Zug und Bahnhof und suche erst einmal die Bushaltestelle, von der ich zu meiner Gastgeberin komme. Letztere bestätigt mir auch telefonisch, dass meine Pfund-Reserven noch für den Fahrschein ausreichen. Die Ausstiegshaltestelle verpasse ich zwar fast und eine Abkürzung auf dem restlichen Weg auch, aber trotzdem erreiche ich wie geplant kurz vor Mitternacht das Haus.

Rückfahrt

Wieder liegen vier schöne Tage in Leicester hinter mir, an denen ich unter anderem das etwas unübersichtliche Bussystem der Stadt ausprobiert habe. Es gibt vier Busgesellschaften ohne gegenseitige Anerkennung der Tickets. Einzeltickets berechtigen auch nicht zum Umstieg auf Linien derselben Gesellschaft und Hin- und Rückfahrscheine nur zur Rückfahrt über dieselbe Strecke. Und an Neujahr fahren überhaupt keine Busse, so dass die Silvestergäste, die an diesem Tag abreisen, mit dem Taxi zum Bahnhof fahren müssen. Einen Tag später erreichen wir aber problemlos mit dem Bus die Innenstadt, wo ich mich noch mit einem „Meal Deal“ aus Nudelsalat, Chips und Wasser eindecke und dann von meiner Gastgeberin zur Bahnsteigsperre gebracht werde. Dort fotografiere ich noch einen Turbostar von CrossCountry, bevor ich zu meinem Gleis gehe.

Mittwoch, 02.01.13

Leicester                ab 12.55
London St. Pancras Int.  an 14.04

Der Zug, wie auf der Hinfahrt ein Meridian der Class 222, kommt pünktlich aus Sheffield an. Da es keine Wagenstandsanzeiger gibt, merke ich erst bei der Einfahrt, dass „mein“ Wagen am anderen Ende des Zuges ist, wo gerade einem Rollstuhlfahrer beim Aussteigen geholfen wird. Anschließend steige ich ein und stelle fest, dass die Gepäckregale voll sind und die Gepäckablagen dank des kleineren Lichtraumprofils auch keinen Platz für meinen Koffer bieten. Der Schaffner zeigt mir aber netterweise, dass es an der Zugspitze noch einen kleinen Gepäckraum gibt. Mein reservierter Platz ist durch eine Familie belegt, nebenan ist aber noch ein Gangplatz neben eine Frau mittleren Alters frei, auf den ich mich setze. Nach der Abfahrt hole ich meinen Laptop heraus, werde aber enttäuscht: Den kostenlosen Netzzugang auf der Hinfahrt gab es nur, weil ich direkt am Zugang zur 1. Klasse gesessen habe. In der zweiten muss man normalerweise 4 Pfund zahlen, was mir zu teuer ist. Also schaue ich aus dem Fenster, wo neben viel englischer Landschaft ab und zu mal eine größere Stadt mit Bahnhof vorbeirauscht, diesmal immer ohne Halt. In Bedford ist auch der Anfang der Elektifizierung zu erkennen, von hier an liegen auch mehr Gleise, so dass wir ab und an einen Vorortzug von First Capital Connect überholen.
Meine Sitznachbarin hat wohl die deutschen Texte in meinem PC gesehen und spricht mich an: Sie hat eine(n) Brieffreund(in) in der Nähe von Darmstadt und kennt daher das Rhein-Main-Gebiet. Sie ist auch schon einmal während eines Streiks in Belgien mit dem Eurostar gestrandet und hat dafür einen Teil des Fahrpreises erstattet bekommen. Nun nähern wir uns langsam London, und ich stelle fest, dass in Großbritannien im Gegensatz zu Deutschland die Passagiere nicht schon zehn Minuten vor Ankunft aufstehen. Trotzdem geht das Aussteigen zügig vonstatten. An einem am Nachbargleis bereitstehenden Zug wird interessanterweise eine Zugnummer angezeigt, obwohl diese in Großbritannien nicht veröffentlicht werden. Meine Sitznachbarin beschreibt mir an der Sperre, die meinen Fahrschein einzieht, noch den Weg zum Eurostar. Dort gehe ich aber nicht sofort hin, sondern suche erst den südlichen Flügelbahnhof, in dem die nationalen Hochgeschwindigkeitszüge Richtung Kent abfahren. Leider ergibt sich dort durch die Sperre kein gutes Fotomotiv, nach einigem Zögern frage ich also und werde ohne Probleme hineingelassen. Auf dem Rückweg sehe ich meine Sitznachbarin wieder, die schon erzählt hatte, dass sie in den Südosten weiter fahren wollte.

London St. Pancras Int.  ab 15.04 EST 9140
Bruxelles-Midi           an 18.05

Nachdem ich draußen noch kurz einen Bus fotografiert habe, stelle ich mich um kurz vor 14.30 Uhr in die Schlange am Check-in. Trotz der hier anwesenden Menschenmassen dauern die Kontrollen (Fahrschein, Sicherheit, Einreise Schengen) insgesamt nur etwa eine Viertelstunde. Ich schlendere noch kurz durch den Shop und gehe dann zum Zug, wo mein Platz wiederum im Wagen direkt am Prellbock ist. Pünktlich um 15.04 Uhr geht es los, direkt hinter St. Pancras gibt es erst mal zwei lange Tunnel, zwischen denen nur der Bahnhof Stratford International liegt. Danach ist von London schon nichts mehr zu sehen, sondern es folgt eine Mischung aus Sumpf- und Industriegebiet. Nach dem erneuten Blick auf die Dartford-Brücke folgt der Themse-Tunnel und direkt danach der Bahnhof Ebbsfleet, an dem wir auch diesmal nicht halten. Auch einige Zeit später in Ashford tun wir das nicht, so dass bald der Güterbahnhof Dollands Moor und die umfangreichen Gleisanlagen für den Shuttle-Verkehr zu sehen sind. Eine Frau zwei Plätze weiter nimmt ausgerechnet jetzt ein Telefongespräch an, das natürlich einige Sekunden nach der Einfahrt in den Tunnel abbricht. Da ich diesmal auf der rechten und damit „interessanteren“ Seite sitze, sehe ich fast während der ganzen Tunnelfahrt dem Lichtspiel der Notbeleuchtung zu, das mal heller, mal dunkler wird. Die Gleiswechselhallen, die mich irgendwie faszinieren, kann ich aber nicht ausmachen. Diesmal finde ich meinen MP3-Player rechtzeitig und schalte in Erinnerung an die Fahrt von 2008/09 Rihanna an.
Nach etwa zwanzig Minuten wird es wieder hell, und auch das Rauschen der Tunneldurchfahrt hört auf. Ich bekomme Hunger und esse meinen „Meal Deal“. Ohne Halt geht es weiter durch relativ uninteressante Landschaft bis Lille. Hier steigen nicht nur Fahrgäste aus, sondern auch ein, denn in der Richtung Lille–Brüssel kann man den Eurostar noch benutzen. Dadurch ergibt sich kurioserweise jetzt eine viel größere Anzahl von Verbindungen in dieser Richtung im Vergleich zur Gegenrichtung.
Bei der Ausfahrt aus dem Bahnhofstunnel ist es draußen bereits fast ganz dunkel. Ich blättere, während ich weiter Musik höre, also in der Bordzeitschrift, in der ich auf der Hinfahrt schon u.a. einen interessanten Artikel über die Londoner U-Bahn gesehen hatte. Jetzt lese ich passend zur durchfahrenen Region Reisetipps über die Bergbaustadt Lens und beschließe, Nordfrankreich demnächst mal einen Besuch abzustatten.
Gegen 18 Uhr wird der Zug langsamer, und die Ansage kündigt den Endbahnhof Brüssel an. Nach der Ankunft warte ich, bis der größte Andrang vorbei ist und schlendere dann gemütlich in den Südgang des Bahnhofs. Jetzt müsste die Lounge offen haben, aber leider habe ich nur noch Zeit, um einmal kurz durch die Bahnhofsbuchhandlung zu gehen und mich danach direkt zu Gleis 5 zu begeben, wo der ICE schon bereit steht.

Bruxelles-Midi           ab 18.25 ICE 19
Frankfurt (M) Hbf        an 21.30

Mein reservierter Platz ist in Wagen 25, der zur Hälfte bereits voll mit Passagieren und Gepäck ist. Es handelt sich um einen Wandfensterplatz, neben dem der Gangplatz bereits besetzt ist. Ich setze mich deswegen lieber auf den Platz, der eigentlich für Begleiter von Rollstuhlfahrern vorgesehen ist – zwar am Gang, aber es ist ja ohnehin dunkel. Meinen Koffer unterzubringen, ist schwieriger; erst nach einigem Hin und Her merke ich, dass in der Gepäckablage über meinem Sitz noch Platz ist.
Am Brüsseler Nordbahnhof wird es noch voller, vor allem mit Gepäck, das nun sogar die Tür zum Gang am Schließen hindert. Zumindest in meinem Wagen haben aber alle Fahrgäste einen Sitzplatz, und auch sonst gibt es keinerlei besondere Ereignisse. Ich schalte wieder meinen MP3-Player ein, werde aber bald müde und schlafe eine Runde. Kurz vor Aachen wache ich auf – zum Glück, denn hier muss ich kurz aussteigen, um einem der Silvestergäste ein paar vergessene Dinge zu übergeben. Pünktlich geht es weiter bis Köln, wo wir 12 Minuten Aufenthalt haben. Auf dem Nachbargleis steht ein Zug der Baureihe 442 (Talent 2), die viel später als geplant in Betrieb gegangen ist und auch jetzt noch Fahrgästen und Lokführern Kummer bereitet. Ab Köln geht es ohne Halt über die Neubaustrecke, die wir nicht mit voller Geschwindigkeit befahren müssen, da wir gut in der Zeit liegen. Frankfurt Flughafen und schließlich Frankfurt Hbf erreichen wir ebenfalls pünktlich. Im selben Moment fährt der RE nach Aschaffenburg ab – da dies aber planmäßig so ist, ärgere ich mich nicht groß und gönne mir erst mal, genau, eine Currywurst. Anschließend gehe ich in die Lounge, um dort meine E-Mails zu checken. Leider habe ich nicht bedacht, dass diese im Gegensatz zur Currywurstbude um 22 Uhr schließt, die umgekehrte Reihenfolge wäre also sinnvoller gewesen. Trotzdem ist die Zeit bis zum Anschlusszug nun nicht mehr lang, ich verbringe sie mit der Planung potenzieller nächster Reisen am Automaten.

Frankfurt (M) Hbf        ab 22.18 ICE 1029
Aschaffenburg Hbf        an 22.47

Der ICE rollt ebenfalls pünktlich ein, was für die Rheinstrecken-Züge doch eher ungewöhnlich ist. Aber viel Verkehrsaufkommen dürfte an diesem Tag nicht herrschen, und das Wetter ist trüb, aber unkompliziert. Ich vermute, dass der Zug nicht voll ist und will daher einfach in den ersten Wagen einsteigen. Dort ist allerdings erste Klasse (fast alle Züge halten in Frankfurt Hbf mit der ersten Klasse am Prellbock). Ich gehe daher am Zug entlang zum ersten Zweite-Klasse-Wagen und dort zum ersten Platz im Großraumwagen, einem Einzelsitz. Dieser ist allerdings reserviert von Frankfurt bis Aschaffenburg – wie ich mit einem Blick auf mein Online-Ticket feststelle, für mich. Also kann ich mich beruhigt hinsetzen und den Koffer neben mich stellen. Die Fahrt geht genau so reibungslos zu Ende, wie sie verlaufen ist: pünktliche Ankunft in Aschaffenburg und Taxi nach Hause, so dass ich noch meine Post durchgucken und bald ins Bett gehen kann.

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Letzte Änderung dieser Seite: 04.01.2013