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Busse & Bahnen > Reiseberichte > Metz 2003

Reisebericht Metz 5.-6.6.03

Planung
Hinfahrt
Rückfahrt

Planung

Im Rahmen meiner Diplomarbeit war für den 6. Juni 2003 um 10 Uhr ein Treffen in Metz mit den beteiligten Gesprächspartnern geplant. Angesichts der Uhrzeit musste ich natürlich einen Tag früher anreisen, übernachtet habe ich bei einer Freundin in Trier. Da ich dort im Rahmen der Diplomarbeit schon einmal war, entscheide ich mich wieder für die gleiche Verbindung, die mir zeitlich sehr gut passt, auch wenn sie mit einem zusätzlichen Umstieg in Koblenz verbunden ist.

Hinfahrt

Donnerstag, 5.6.03

Recklinghausen Hbf ab 16.58 IC 2334
Koblenz Hbf        an 19.16
Koblenz Hbf        ab 19.25 IC 350
Trier Hbf          an 20.48

Von der DB habe ich als BahnCard-Kunde - und wahrscheinlich auch, weil ich Punkte sammle - einen Erste-Klasse-Gutschein für eine Hin- und Rückfahrt bekommen, den ich auf dieser Reise nutze. Mit dem Bus in Recklinghausen angekommen, kaufe ich im Reisezentrum meine Fahrkarte und setze mich dann in ein Erste-Klasse-Abteil. Im Vergleich zu den ex-IR-Wagen, die in der zweiten Klasse laufen, kommt mir das plüschige Ambiente in der „Ersten“ richtig altmodisch vor. Aber dafür ist es wenigstens schön ruhig, mehr als zwei Mitreisende werde ich auf der ganzen Hinfahrt nicht haben. Über die mir seit Jahren wohlbekannte Strecke Oberhausen - Duisburg - Düsseldorf geht es nach Köln, von wo wir auf der Rheinstrecke weiter nach Koblenz fahren.

Dort heißt es umsteigen: Normalerweise machen die Züge von Recklinghausen in Koblenz Kopf und fahren nach Trier, aber dieser eine Zug fährt nach Frankfurt weiter. Dafür besteht Umsteigemöglichkeit in einen IC, der von Frankfurt nach Luxemburg fährt. Möglicherweise ist der Grund dafür die Anbindung der Garnituren an das Werk Frankfurt. Da der Umstieg am selben Bahnsteig stattfindet, ist er auch nicht mit allzu großer Mühe verbunden.

Jetzt geht es auf die Moselstrecke, die ähnlich malerisch wie die Rheinstrecke ist. An kleinen Weinorten und engen Flussbiegungen vorbei geht es nach Cochem. Dahinter kommt ein großer Tunnel, da wir ab hier nicht mehr jeder Moselschleife folgen. Unser nächster Halt ist Bullay, gefolgt von einer Moselbrücke und dem Abzweig der Strecke nach Traben-Trarbach. Nun entfernen wir uns wieder vom Fluss, und nach dem Halt in Wittlich Hbf und der Vorbeifahrt am Rbf Trier-Ehrang erreichen wir Trier Hbf. Am dortigen ServicePoint frage ich nach Neuigkeiten vom französischen Eisenbahnerstreik, der zu dieser Zeit läuft: Er soll am nächsten Morgen beendet sein. Vom Hauptbahnhof gehe ich zu Fuß zu meiner Gastgeberin, die an diesem Tag auch noch ihren Geburtstag feiert.

Freitag, 6.6.03

Trier Hbf          ab  7.29 RE ?????
Saarbrücken Hbf    an ??.??
Saarbrücken Hbf    ab  9.08 EC 52
Metz Ville         an 10.12

Am nächsten Tag mache ich mich in aller Frühe auf - Gastgeberin und ein weiterer Geburtstagsgast schlafen noch - und fahre zum Bahnhof, wo ich in den Zug nach Saarbrücken einsteige. Am Kreuz Konz biegt der Zug auf die Saartalstrecke ein. Von nun an folgen wir dicht den engen Biegungen der Saar, und wieder gibt es einige malerische Szenen, die allerdings völlig anders sind als an Rhein und Mosel: z.B. ein Steinbruch, an dem roter Sandstein (?) gewonnen wird. Kurz vor Saarhölzbach begrüßt uns ein Schild auf der parallelen Straße im Saarland. Die Gegend wird nun zunehmend urbaner, wir fahren an Bergwerken und später an der imposanten, zum Weltkulturerbe erklärten Vöklinger Hütte vorbei. Schließlich erreichen wir Saarbrücken, wo ich meinen Aufenthalt nutze, um mich im und am Bahnhof ein wenig umzusehen: Der morgendliche Berufsverkehr ist vorbei, und der Tagesbetrieb ist noch nicht in Gang gekommen, so dass es hier ziemlich ruhig ist.

Schließlich ist die Zeit für die Abfahrt des Eurocity gekommen. Ich steige ein und finde auch ohne Reservierung einen Platz - diesmal in der zweiten Klasse, da mein Gutschein ja nur für die DB gilt. Der Zug besteht aus SNCF-Wagen, die bis auf die Farbgebung denjenigen ähneln, die ich von meiner Bretagne-Fahrt kenne. Die Grenze nach Frankreich, an der sich auch der Systemwechselpunkt befindet, überschreiten wir kurz hinter Saarbrücken. Bald danach halten wir in Forbach. Dort wird die 181 gegen eine SNCF-Lok ausgetauscht, was unseren Aufenthalt deutlich über das planmäßige Maß hinaus verlängert. Auf der Weiterfahrt geht die Zugbegleiterin durch den Wagen, will aber keine Fahrscheine sehen, sondern verkündet auf französisch und deutsch, dass dieser Zug heute Metz nicht anfahren wird - offensichtlich wegen des Streiks, der entgegen der Auskunft aus Trier auch heute weiter geht. Stattdessen halten wir in Ars-sur-Moselle, von wo ein Bus eingesetzt wird. Nach einiger Zeit erreichen wir den Bahnhof, der nur einen, ziemlich langen, Mittelbahnsteig hat. Offenbar sind auch einige Fahrgäste von Metz mit dem Bus hierher gekommen und steigen nun Richtung Paris ein. Da der Umweg mit Kopfmachen in Metz entfällt und auch die Lok schon in Forbach gewechselt wurde, dürfte sich die Verspätung des EC jetzt wieder etwas abbauen. Jetzt begegne ich auch dem Kollegen, mit dem ich gemeinsam zu dem Treffen fahren will, und wir steigen in den Bus ein. Über Landstraßen und ein Stück Autobahn erreichen wir schließlich mit einiger Verspätung den Bahnhofsvorplatz von Metz. Von dort nehmen wir den Stadtbus zum Ort des Treffens.

Rückfahrt

Freitag, 6.6.03

Metz Ville         ab ??.??
Forbach            an ??.??
Forbach            ab ??.??
Saarbrücken Hbf    an ??.??
Saarbrücken Hbf    ab 19.04 ICE 1659
Mannheim Hbf       an 20.19

Nach dem Gespräch mit ausgiebigem Mittagessen geht es am späten Nachmittag zurück mit dem Stadtbus zum Bahnhof. Die Bahnhofshalle ist voller Menschen, die wegen des Streiks nicht weiter kommen. Da wir noch keine Fahrkarten haben, stellen wir uns an die Schlange am Fahrkartenschalter, geben aber auf, als die Abfahrtszeit des Zuges nach Saarbrücken näher rückt. Tatsächlich befindet sich auf dem angegebenen Gleis ein Dieseltriebwagen, der Anstalten macht, abzufahren - angesichts der Tatsache, dass der gesamte Bahnhof mit bestreikten Zügen vollgestellt ist, nicht selbstverständlich. Erst jetzt wird mir klar, warum genau der Eurocity am Morgen Metz nicht anfahren konnte. Mein Kollege fragt den Schaffner nach einem Fahrschein nach Saarbrücken, doch der winkt nur ab, und der rappelvolle Zug setzt sich in Bewegung.

Da es ein heißer Tag ist, ist die Enge im Triebwagen doppelt unangenehm. Selbst die geöffneten Fenster bringen nur während des Anfahrens und Bremsens Abkühlung. Zum Glück wird es aber an jedem Bahnhof leerer, so dass wir irgendwann Sitzplätze bekommen und ein wenig schlafen können. Schließlich erreichen wir wieder Forbach, wo uns der Schaffner überraschend verkündet, dass hier Endstation sei. Wann es weiter in das nur wenige Kilometer entfernte Saarbrücken geht, kann er uns auch nicht sagen. Also steigen wir aus und stellen auf dem Bahnhofsvorplatz fest, dass der Bus in die saarländische Hauptstadt gerade abgefahren ist. So haben wir also viel Zeit, um eine Fahrkarte nach Saarbrücken zu kaufen, unseren Durst zu stillen und ein wenig in der Bahnhofsbuchhandlung zu stöbern. Die Anzeigetafel über dem Ausgang zu den Bahnsteigen zeigt alle hier abfahrenden Züge an und ist nur insofern dynamisch, als bei denjenigen, die heute verkehren, ein Licht brennt. Angesichts des Streiks ist sie also nicht besonders zuverlässig. Nach längerem Warten trifft schließlich ein von einer Diesellok gezogener Zug ein, der tatsächlich nach Saarbrücken fahren soll (wegen der unterschiedlichen Stromsysteme wird der grenzüberschreitende Nahverkehr ausschließlich „verdieselt“ gefahren). Nun geht es zwar weiter, aber trotzdem sitze ich auf heißen Kohlen, denn meine planmäßige letzte Rückverbindung steht auf dem Spiel. Ich überlege schon, ob ich meine Gastgeberin in Trier noch einmal bemühen muss. In Saarbrücken angekommen, stellt sich zum Glück heraus, dass der ICE-T eben erst aus Dresden angekommen ist und bis zur Weiterfahrt noch ein paar Minuten vergehen werden. So können wir seelenruhig einsteigen und im klimatisierten ICE den gemütlichen Teil der Reise einläuten. Die Fahrkarte für den Rest der Strecke kaufen wir beim Schaffner. Mit Verspätung, aber ohne weitere Zwischenfälle geht es auf einer sehr schönen Strecke durch den Pfälzer Wald, dann in die Rheinebene und schließlich nach Mannheim. Dort verabschiede ich mich von meinem Kollegen und gehe zum Abfahrtsgleis des ICE 512, bis zu dessen Abfahrt zum Glück noch ausreichend Zeit ist.

Mannheim Hbf       ab 20.35 ICE 512
Duisburg Hbf       an 22.48
Duisburg Hbf       ab 23.35 S ?????
Herne              an  0.07

Nun kann ich zum ersten Mal die Fahrt in einem ICE 3 über Köln hinaus genießen, und das aufgrund des Gutscheins sogar in der ersten Klasse. Gleich hinter Mannheim beginnt die Riedbahn, die ja teilweise mit 200 km/h befahren wird. Schon bald halten wir am Frankfurter Flughafen, wo ich vor nicht einmal einer Woche aus Kanada gelandet bin. Die anschließende NBS nach Köln befahre ich inzwischen zum vierten Mal, allerdings zum ersten Mal bei Dunkelheit. Der leise Zug, die schnelle Fahrt ohne Umsteigen und dazu das Bord-Videoprogramm - so muss Reisen sein! Leider kann ich das Programm nur sehen und nicht hören, da ich keine Kopfhörer dabei habe und mir auch keine vom Zugpersonal kaufen möchte. Aber auch ohne Ton macht Fernsehen im Zug einfach Spaß und ich kann mich gut vom anstrengenden Tag erholen. Erst hinter Köln beginnen sich Müdigkeit und Langeweile ein bisschen bei mir breit zu machen. Bald darauf erreichen wir Duisburg, wo mir ja ein dreiviertelstündiger Aufenthalt bevorsteht. Den verbringe ich beim Stammtisch des Vereins Mensa, der zufälligerweise gerade an diesem Tag stattfindet. Die Gäste staunen nicht schlecht, als ich etwas übermüdet und mit Reisetasche dort aufkreuze - und nach nicht allzulanger Zeit wieder gehe, denn ich muss ja meine letzte Verbindung nach Hause bekommen. In der S-Bahn wundere ich mich, dass ich die Gespräche der Sicherheitsleute untereinander ohne Mühe verstehe - offensichtlich haben die beiden Auslandsaufenthalte Spuren bei mir hinterlassen ... Von Herne aus fahre ich mit dem letzten Tagesbus nach Recklinghausen, wo ich direkten Anschluss an den Nachtexpress nach Marl habe. Ich freue mich wieder einmal über diese Errungenschaft, die es seit knapp einem Jahr gibt - denn sonst wäre ich an diesem Tag nicht mehr nach Hause gekommen. Und auch wenn Trier und Metz schöne Städte sind, bin ich nach diesem Marathon doch froh, wieder im eigenen Bett schlafen zu können.

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Letzte Änderung dieser Seite: 30.09.2005