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Busse & Bahnen > Reiseberichte > Spanien/Portugal 2013

Reisebericht Spanien/Portugal 23.03.-01.04.12

Die Fotos von der Reise, auf denen keine Verkehrsmittel zu sehen sind, könnt ihr im Album anschauen.

Planung
Tag   1 (Aschaffenburg–Barcelona)
Tag   2 (Barcelona)
Tag   3 (Barcelona–Madrid)
Tag   4 (Madrid)
Tag   5 (Segovia)
Tag   6 (Lissabon)
Tag   7 (Lissabon)
Tag   8 (Cabo da Roca und Sintra)
Tag   9 (Lissabon–Porto)
Tag 10 (Porto–Aschaffenburg)

Planung

Der März 2013 endete fast genau wie der März 2012: Ich hatte noch Urlaubstage übrig und verwendete diese für eine Reise gen Süden. Diesmal sollte es nach Barcelona, Madrid und Lissabon gehen, drei Städte, die ich noch gar nicht kannte. Da in diesem Jahr Ostern auf den 31. März fiel, konnte ich mit dem Einsatz von nur vier Urlaubstagen insgesamt zehn Tage Urlaub machen.
Geplant war ursprünglich, alle Teilstrecken mit dem Zug zu fahren. Das scheitert jedoch für den Rückweg aus Portugal daran, dass der Sud-Express bzw. sein Anschluss-TGV in Hendaye für die Ostertage nicht im Buchungssystem erscheint. Beim Schreiben dieses Berichts finden sich zwar alle Züge rückwirkend in der Auskunft, aber zum Zeitpunkt der Buchung beschließe ich notgedrungen, zurück zu fliegen. Da Ryanair ab Porto nach Hahn fliegt, baue ich einen Besuch dort auch noch ein.
Da die günstigsten Fahrscheine immer online bei den betreffenden Bahnen erhältlich sind, nutze ich diesen Buchungsweg. Leider sind die Vorausbuchungsfristen unterschiedlich: 3 Monate für DB und SNCF, 2 für die RENFE und einer für die CP. Zudem gibt es schon am ersten Buchungstag keine günstigen Fahrscheine mehr für den ICE nach Paris bei der DB, so dass ich diesen ebenfalls bei der SNCF buche. Auch für Barcelona–Madrid zahle ich mehr als gedacht, die anderen Tickets bekomme ich aber zum günstigsten Preis. Insgesamt zahle ich für alle Fahrten und den Flug ziemlich genau 400 Euro. Als Unterkünfte buche ich wieder Hostels, da sich das bei meinen letzten Touren bewährt hat.

Tag 1

Samstag, 23.03.13

Aschaffenburg Hbf       ab  7.42 RE 4634
Frankfurt (Main) Hbf    an  8.24
Frankfurt (Main) Hbf    ab  9.01 ICE 9556
Paris Est		an 12.50

Obwohl die Nacht wegen einer vorangegangenen Geburtstagsfeier kurz war, schaffe ich es rechtzeitig aus dem Bett. Auch den Bus zum Bahnhof erreiche ich noch, so dass ich mir vor der Abfahrt des Zuges noch Lesestoff kaufen kann. Den Fahrschein nach Frankfurt muss ich auch noch lösen, da mein SNCF-Onlineticket erst ab dort gilt. Der aus Doppelstockwagen bestehende RE fährt, da er in Aschaffenburg den ICE überholen lässt, anders als seine „Brüder“ von Gleis 7 und daher eine Minute früher ab. Das tut er auch pünktlich und erreicht ebenso pünktlich die Mainmetropole, wo ich schnurstracks zur Lounge gehe und dort zeitunglesend eine heiße Schokolade genieße.
Trotz vieler Störungen im noch nicht zu Ende gegangenen Winter steht mein ICE nach Paris auf Gleis 3 bereit. Ich setze mich auf meinen reservierten Fensterplatz neben einer dösenden Französin, und es geht los. Die DB-Zugbegleiterin, die mein Ticket kontrolliert, verzichtet darauf, sich meinen Personalausweis als Legitimation anzusehen, wie übrigens auch alle weiteren Zub auf meiner Tour. Ab Mannheim sitze ich gegen die Fahrtrichtung, genieße aber trotzdem vor allem die Fahrt durch den Pfälzerwald mit seinen Kurven, Brücken und Tunneln. Gegen 11 Uhr erreichen wir Saarbrücken, zeitgleich mit dem Gegen-TGV. Nach einem kurzen Aufenthalt rollen wir weiter und überschreiten nach wenigen Kilometern die französische Grenze. Nach einer Weile langsamen Fahrens auf der Altstrecke biegen wir dann auf die Hochgeschwindigkeitsstrecke ab, ab hier wird links und mit Tempo 300 gefahren. Die Landschaft rauscht vorbei, hin und wieder ist nebenan die Autobahn zu erkennen. Auch viele überschwemmte Wiesen säumen die Strecke, ein Phänomen, das mich auch später noch begleiten wird.
Nach einer Weile Musikhörens werde ich müde, stelle den Player aus und schlafe ein. Die Einfahrt in die Pariser Region verpasse ich dadurch und wache erst kurz vor dem Gare de l'Est wieder auf. Diesen erreichen wir einige Minuten vor Plan. Ich schultere meinen Rucksack und die Umhängetasche und marschiere zur Metro, wo sich leider vor allen Fahrscheinautomaten lange Schlangen gebildet haben. Normalerweise kann man Metrotickets auch in den grenzüberschreitenden Zügen kaufen, aber der französische Zub hatte schon mitgeteilt, dass diesmal keine dabei waren.
Eigentlich hatte ich vor, beim Bahnhofswechsel noch Fotos von der Metro zu machen, aber angesichts des Füllungsgrads der Bahnsteige und der beschränkten Zeit verschiebe ich das lieber auf den nächsten Paris-Besuch. Beim Umstieg in die fahrerlose Linie 14 in Châtelet versucht ich ein Bild, dass jedoch misslingt, so dass das leicht verwackelte alte weiterhin herhalten muss.

Paris Gare de Lyon      ab 14.07 TGV 9715/9714
Figueres Vilafant       an 19.40

Am Gare de Lyon angekommen, habe ich nun doch noch etwas Zeit, so dass ich mir erst einmal ein Sandwich kaufe und dieses in dem sehr praktischen Reisesupermarkt (mit Sitzgelegenheiten und Mikrowellen) gleich esse. Anschließend gehe ich zum Zug, der ein „gewöhnlicher“ TGV Duplex ist, so dass ich davon kein Foto mache. Auf meinem reservierten Platz sitzt eine junge Katalanin, die ich verscheuche. Hinterher habe ich ein schlechtes Gewissen, da noch genug Plätze frei sind, andererseits sieht man mangels Reservierungsanzeigen nicht, wie voll es noch wird. Sie setzt sich dann aber auf einen Platz in Fahrtrichtung an einem freien Tisch und hat es damit sogar besser getroffen als ich.
Bald fährt der Zug ab, und nach kurzer Fahrt durch die Vororte von Paris ist bald die Schnellfahrstrecke nach Lyon erreicht, von einer „Neubaustrecke“ kann nach 30 Jahren eigentlich keine Rede mehr sein. Das schnelle Tempo und die eintönige Landschaft machen mich müde, so dass ich einschlafe und erst wieder aufwache, als wir kurz vor Lyon sind. Hier fahren wir nicht durch die Stadt, sondern über die 1992-1994 eröffnete LGV Rhône-Alpes mit dem Flughafenbahnhof, in dem wir aber nicht halten. Ein Zug, der den zweitgrößten Ballungsraum des Landes ohne Halt durchfährt – das gibt es wohl nur in Frankreich. Halten tun wir erst einige Zeit später in Valence TGV, wo sich der Zug auch nicht signifikant füllt. Durch immer südlicher wirkende Landschaft erreichen wir bald danach die Dreiecksverzweigung am südlichen Ende der 2001 eröffneten LGV Méditerranée, wo wir Richtung Nîmes abbiegen und dort auch halten. Bis hierher kenne ich die Strecke von meiner Südfrankreich-Tour letztes Jahr, ab sofort beginnt Neuland für mich. Die zunächst eher langweilige Strecke führt später phasenweise direkt am Meer bzw. den dahinter liegenden Seen entlang, auch der Hafen von Sète, wo wir nicht halten, ist gut zu erkennen. Leider wird die Sicht durch teilweise heftigen Regen getrübt. Nach weiteren Halten in Montpellier und Narbonne erreichen wir kurz nach 19 Uhr Perpignan, den letzten Halt in Frankreich. Hier wird der hintere Zugteil abgekuppelt, ich vermute, dass der TGV in Doppeltraktion nicht nach Spanien darf. Weiter als bis Figueres darf er zu diesem Zeitpunkt ohnehin noch nicht, obwohl der Normalspuranschluss ans spanische HGV-Netz seit Januar 2013 fertig ist. Daher endet der TGV in Figueres Vilafant, wo direkter Anschluss an den spanischen AVE besteht.
Nach dem etwas längeren Aufenthalt in Perpignan, dessen katalanischer Name Perpinyà ebenfalls auf den Bahnhofsschildern steht, biegen wir von der Altstrecke nach rechts ab und erreichen bald die NBS. Leider ist von der Landschaft draußen nicht mehr viel zu erkennen, da es inzwischen dunkel geworden ist. Der Grenzübertritt liegt aber ohnehin in einem Tunnel unterhalb des küstennahen Pyrenäenausläufers. Bald nachdem wir diesen durchquert haben, ist schließlich Figueres erreicht. Wir halten im nagelneuen Bahnhof, um den herum es nicht viel zu geben scheint, und alle Fahrgäste, darunter ein deutsches Paar, das nicht weit von mir saß, verlassen den Zug. Ich freue mich, nach Temperaturen um den Gefrierpunkt am Morgen jetzt die Wärme des Südens zu spüren.

   

Figueres Vilafant       ab 19.55 AVE 3212
Barcelona Sants         an 20.48

Unser Anschlusszug fährt zwar vom anderen Gleis desselben Bahnsteigs, allerdings am anderen Ende desselben. Es handelt sich um einen Zug, der mir sehr bekannt vorkommt: einen Velaro E der Baureihe 103, das spanische Pendant zum ICE 3. Dass es diese Züge gibt, wusste ich, dass sie auch auf dieser Strecke fahren, aber nicht. Wegen des auf der kurzen Strecke geringen Aufpreises hatte ich mir ein Ticket in der Preferente, dem Gegenstück zur 1. Klasse gekauft. Das hat sich gelohnt: Der Wagen ist mit breiten Ledersesseln in 1+2-Anordnung bestückt, und der einzige Fahrgast außer mir ist ein junger Mann, der mich in gebrochenem Deutsch anspricht und versucht herauszufinden, ob er nun in Tarragona oder Zaragoza aussteigen muss. Zwischendurch unterhält er sich am Telefon in einer mir völlig unbekannten Sprache.
Nach der Abfahrt kommt bald ein Zugbegleiter, der wohl nur für das Wohl der Preferente-Fahrgäste zuständig ist, gibt uns ein Päckchen mit Kopfhörern und fragt uns, was wir trinken möchten. Ich dolmetsche für meinen neuen Reisegefährten, der wohl weder Spanisch noch Englisch spricht, und wir nehmen beide einen Orangensaft. Dazu gibt es Knabbergebäck. Wenig später kommt ein anderer Zub und kontrolliert nur bei meinem Mitreisenden die Fahrkarte. Der Grund: Er sitzt nicht wie ich auf seinem reservierten Platz (der neben mir gewesen wäre), sondern eine Reihe dahinter.
Das Display an den Wagenenden zeigt übrigens nicht nur die Geschwindigkeit (hier nicht mehr als 200 km/h), sondern auch die Außentemperatur an, die knapp unter 15°C liegt. In Girona steigt eine Familie zu, die den Tisch am Anfang des Wagens belegt. Weiter passiert nichts Aufregendes, so dass wir pünktlich um 20.48 Uhr den im Tunnel gelegenen Bahnhof Barcelona Sants erreichen. Ich steige aus und fahre mit der Rolltreppe an die Oberfläche. Aus- und Eingänge sind hier streng getrennt, da in Spanien die Bahnsteige des HGV nur nach Fahrkarten- und Sicherheitskontrolle zugänglich sind.
Zu meinem Hostel will ich erst laufen, entscheide mich aber dann doch für die U-Bahn, da die Entfernung größer ist als gedacht und ich außerdem Kopfschmerzen habe. Auch hierbei gibt es keine Schwierigkeiten, so dass ich meine Unterkunft beziehen kann, in der es sogar kostenloses Abendessen gibt. Ich komme noch mit einigen anderen Reisenden ins Gespräch, bevor ich das erste Erkunden der Stadt wegen der Kopfschmerzen auf den nächsten Tag verschiebe und ins Bett verschwinde.

Tag 2

Sonntag, 24.03.13

Den zweiten Tag meiner Reise verbringe ich nach ausgiebigem Ausschlafen ausschließlich in Barcelona, aber natürlich nicht ohne Eisenbahn und ÖPNV. Zunächst fahre ich mit der Metro zur Plaça de Catalunya, um von dort die Rambles herunter zu gehen. Weiter geht es durch das gotische Viertel zum Bahnhof França, wo ich ungehindert auf die Bahnsteige gehen und Fotos machen kann. Auch von der Metro gelingen mir im Laufe des Tages einige Aufnahmen, die allerdings wegen der kurzen Bahnsteige teilweise beim Einfahren des Zuges entstehen und daher trotz lichtstarker Kamera leicht verwackeln. Nach einer Fahrt mit der Hafenseilbahn auf den Montjuïc fängt es an zu regnen, so dass ich zurück ins Hostel fahre und es nur noch kurz zum Abendessen verlasse – das Gratisangebot sagt mir diesmal nicht zu.

     

Tag 3

Montag, 25.03.13

Der dritte Tag steht ganz im Zeichen von Antonio Gaudí, der viele Gebäude in Barcelona gestaltet hat. Aus Zeitgründen kann ich mir die Casa Batlló, die Casa Milà und die Sagrada Família nur von außen anschauen. Für den Park Güell muss ich zwar nicht Schlange stehen, aber irgendwie habe ich keine Lust, vom Eingang aus die Steigungen zu bewältigen und genieße daher nur den Panoramablick von dort auf die Stadt. Anschließend schaue ich mich im ehemaligen Fischerdörfchen Barceloneta um und gehe noch einmal über die Rambles, bevor ich ins Hostel zurück fahre. Dort hole ich mein Gepäck ab und fahre wieder die zwei U-Bahn-Stationen zum Bahnhof Sants, wo ich am Zugang zum Hochgeschwindigkeitsbereich meinen Fahrschein vorzeige und mein Gepäck durchleuchten lasse. Am Zugang zum Bahnsteig muss ich meinen Fahrschein noch mal vorzeigen, so dass es mit meinem Hobby, beliebig auf den Bahnsteigen herumzulaufen und dort Fotos zu machen, nichts wird. Trotzdem gelingt mir noch ein Foto von einem Zug auf dem Nachbargleis, bevor mein Zug – wieder ein Velaro E – einfährt.

     

Barcelona Sants         ab 18.00 AVE 3182
Madrid Atocha           an 20.48

Ich steige ein, diesmal in Wagen 3. Witzigerweise gab es den günstigsten Preis für diesen Zug in der „Turista Plus“, einer Art „anderthalbten Klasse“ mit nur 2+1 Sitzen pro Reihe. Mein Platz ist ein Einzelplatz an einem Tisch, der Platz gegenüber ist besetzt. Das macht das Ausstrecken der Beine schwierig, so dass ich meistens auf den Gang ausweiche. Was mir nicht auffällt, ist, dass mein Platz als einziger im Wagen gegen die Fahrtrichtung montiert ist – in spanischen Zügen werden die Sitze an den Endbahnhöfen immer umgedreht, und Richtungswechsel während der Fahrt gibt es auch nicht. Bald nach der Abfahrt beschleunigen wir auf 300 km/h, und die spanische Landschaft zieht draußen vorbei. Im Wagen wird derweil ein Film gezeigt – anscheinend auf Englisch mit spanischen Untertiteln, aber ich schaue trotzdem lieber aus dem Fenster. Der Schaffner kontrolliert übrigens auch hier nicht die Fahrkarten, sondern gleicht mit einer Liste ab, welche Plätze besetzt sind.
Mein Zug ist einer, der an allen Zwischenstationen hält. Teilweise liegen diese, wie Camp de Tarragona, direkt an der HGV-Strecke, teilweise, wie in Zaragoza, fahren wir über eine Zweigstrecke durch die Stadt in den konventionellen Bahnhof. Dass dafür extra Normalspurgleise verlegt werden mussten, wird mir erst später so richtig klar. Während einem dieser Abstecher muss uns auch der Zug „fliegend“ überholen, der Barcelona–Madrid ohne Halt und damit in einer halben Stunde weniger fährt.
Draußen wird es langsam dunkel, und so lese ich lieber die Zeitung, die hier ebenfalls gratis verteilt wurde, sogar auf Englisch. Schließlich wird draußen die Landschaft wieder städtischer, und die Endstation Madrid wird angekündigt. Wenig später treffen wir einige Minuten vor Plan im Bahnhof Atocha ein. Witzigerweise fährt der Zug nicht bis zum Prellbock vor, sondern hält am Anfang des sehr langen Bahnsteigs. Offensichtlich befindet sich hier der Ausgang, während der Eingang am Querbahnsteig ist. Wer aussteigt, geht durch einen langen Gang parallel zu den Bahnsteigen. Vorher mache ich allerdings noch ein Foto vom Velaro – es ist zwar dunkel, doch das ist die letzte Chance dazu auf meiner Reise. Anschließend begebe ich mich zur Metro, wo ich eine Zehnerkarte kaufe und zu meinem Hostel in der Innenstadt fahre.

 

Tag 4

Dienstag, 26.03.13

Am nächsten Morgen erkunde ich Madrid: zuerst die Altstadt um die Plaza Puerta del Sol, wozu natürlich auch der Königspalast und die Almudena-Kathedrale gehören. Da ich Madrid an sich nicht so interessant finde, beschließe ich, am nächsten Tag nach Segovia zu fahren und kaufe am Atocha-Bahnhof die Fahrkarten dafür (Kostenpunkt 20 Euro). Danach will ich das Hochhausviertel am Paseo de la Castellana erkunden. Leider fängt es an zu regnen, so dass ich mit der S-Bahn (Cercanías) zum Eisenbahnmuseum fahre, das aber gerade schließt. Inzwischen hat es aber wieder aufgehört zu regnen, so dass ich einen neuen Versuch am Paseo de la Castellana unternehme. Diesmal bleibt es trocken, so dass ich bis zum Plaza de Castilla mit den berühmten „schiefen Türmen“ (Torres Kio) laufen kann. Am dortigen Busbahnhof mache ich auch noch einige Aufnahmen. Zwischendurch habe ich auch schon einige Fotos von der Metro gemacht, die wie in Barcelona fast ausschließlich Außenbahnsteige hat und durch eine Oberleitung bzw. Deckenstromschiene versorgt wird. Unterschiede zu Barcelona sind der Linksverkehr und die kuriose Spurweite von 1445 mm. Dann fahre ich zurück in die Innenstadt, um dort die Gran Vía entlangzulaufen und anschließend ins Hostel zurückzukehren. Dort zeigen mir plötzlich einsetzende Rückenschmerzen, dass das Gepäck wohl doch etwas schwer war. Diese halten mich aber nicht davon ab, noch in einem eher durchschnittlichen All-you-can-eat-Restaurant essen und dann erst ins Bett zu gehen.

Tag 5

Mittwoch, 27.03.13

Madrid Chamartín        ab 11.30 A 8119
Segovia Guiomar         an 11.57

 

Die Neubaustrecke nach Valladolid, an der Segovia liegt, ist als einzige in Spanien nicht an den Bahnhof Atocha, sondern an den am nördlichen Stadtrand gelegenen Bahnhof Chamartín angebunden. Also fahre ich mit der Metro dorthin. Mir gelingen noch einige Aufnahmen von Zügen, bevor ich mich zum Gleis begebe, wo eine etwas improvisiert wirkende Sicherheitskontrolle durchgeführt wird. Dann besteige ich den Zug. Bald nach der Abfahrt geht es auf die NBS, und ich sehe wieder ein wenig spanische Landschaft. Dies wird allerdings wenig später durch eine lange Tunneldurchfahrt verhindert, an die direkt der Bahnhof Segovia-Guiomar anschließt. Dieser liegt mitten in der Landschaft, die Stadt ist überhaupt nicht zu erkennen. Jedoch gibt es eine Bushaltestelle vor dem Bahnhof, an der Busse zweier verschiedener Linien halten. Da sich an der Haltestelle keine weiteren Informationen finden, steige ich einfach in den leereren der beiden ein und kaufe für einen Euro einen Fahrschein. Der Bus fährt los, und hinter der nächsten Bergkuppe beginnen dann auch tatsächlich die Ausläufer der Stadt, anscheinend großteils leer stehende Gewerbegebiete.
Der Bus endet schließlich in der Innenstadt nahe am Fernbusbahnhof. Hier beginnt direkt die Fußgängerzone, und der berühmte römische Aquädukt ist auch schon zu erkennen. Ich erkunde die Stadt ausgiebig, inklusive der Burg (Alcázar) und esse an der Plaza Mayor zu Mittag, leider wieder eher mittelmäßig. Ich sollte vielleicht doch nicht so sehr beim Essen sparen ... Nach dem Essen setze ich meinen Rundgang fort, habe aber bald alles Wichtige gesehen. Also setze ich mich bis zur Abfahrt des Busses zurück zum Bahnhof hin, lese und beobachte das Treiben auf dem Platz vor dem Aquädukt. Dort fährt dann auch der Bus ab, der mich zurück zum Zug bringt.

Segovia Guiomar        ab 18.30 A 8188
Madrid Chamartín       an 18.58

Der Zug steht schon bereit, da er nur Segovia–Madrid fährt. Die Fahrt verläuft ohne besondere Vorkommnisse, ich setze mich diesmal extra auf die andere Seite, damit ich die dortige Landschaft auch sehe. Sie ist allerdings weniger spannend als auf der Hinfahrt. In Chamartín angekommen, fahre ich mit der Metro zur Puente de Segovia und mache noch einige Aufnahmen von Madrid im Abendlicht, bevor ich dann zum Hostel fahre und meinen Rucksack abhole. Um 21 Uhr mache ich mich auf den Weg zur Metro. Keine Minute zu früh, wie ich feststelle, denn der nächste Zug fährt nur bis zur Plaza de Castilla, eine Station vor Chamartín. Der folgende Zug kommt erst eine Viertelstunde später, was für den Nachtzug nach Lissabon deutlich zu knapp ist. Also laufe ich das letzte Stück und komme etwa 5 Minuten vor der Abfahrt am Gleis an. Da es kein Hochgeschwindigkeitszug ist, gibt es zum Glück auch keine Sicherheitskontrolle, so dass ich nur dem Schaffner an der Tür meinen Fahrschein zeige und dann gleich in mein Abteil gehe.

   

Madrid Chamartín       ab 21.50 HOT 332

Mein Abteil teile ich mir mit einer Gruppe von drei Spaniern, die anscheinend wie ich Urlaub in Lissabon machen wollen. Meine Liege ist eigentlich eine der unteren, aber die haben sie schon belegt. Es macht mir aber nicht viel aus, die obere zu benutzen, was ich dann auch dem Schaffner erkläre, der wenig später die Fahrkarten kontrolliert und einsammelt. Das Abteil ist geräumiger als andere Liegewagenabteile, die ich kenne und hat einen gewissen Charme der 80er- oder frühen 90er-Jahre. Ich hatte überlegt, noch in den Speisewagen zu gehen, aber dazu habe ich nicht mehr die rechte Lust, und auch die Spanier machen sich bettfertig. Also esse ich nur ein wenig Brot und Kekse und ziehe mich dann auch um. Als letzter mache ich das Licht aus und genieße es, vom Zug in den Schlaf geschaukelt zu werden.

Tag 6

Donnerstag, 28.03.13

Lisboa Santa Apolónia   an 07.30

Nachts wache ich mehrere Male auf, einmal dauert es auch etwas länger, bis ich wieder einschlafe. Insgesamt schlafe ich aber trotzdem relativ gut, wenn auch nicht so gut wie in einem stationären Bett. Als meine Uhr acht zeigt, stehe ich auf und ziehe mich an – unter Berücksichtigung der Zeitverschiebung müssten wir in einer halben Stunde da sein. Da meine Mitreisenden noch schlafen, stelle ich mich auf den Gang und schaue aus dem Fenster: zu sehen sind satte, teilweise überschwemmte Wiesen und hin und wieder ein Dorf mit Bahnhof. Dass wir die Fahrtrichtung gewechselt haben, wohl im Rahmen der Zugvereinigung mit dem Sud-Express in Medina del Campo, fällt mir erst im Nachhinein auf.
Nach einiger Zeit wird mir klar, dass wir wohl Verspätung haben, denn von Lissabon ist noch weit und breit nichts zu sehen. Zwischendurch kommen meine Abteilgenossen heraus, und ich gehe dafür ins Abteil zurück. Mit einer halben Stunde Verspätung erreichen wir schließlich den Bahnhof Lissabon-Oriente und wenig später die Endstation Santa Apolónia. Ich mache noch ein paar Fotos vom Inneren und Äußeren des Zuges und gehe dann zur Metrostation, die sich etwas versteckt in einem Seitenflügel des Bahnhof befindet. Die Schlange der mit dem Nachtzug angekommenen Touristen vor den Automaten ist allerdings so lang, dass ich beschließe, mir im Bahnhofssupermarkt erst einmal ein Frühstück zu kaufen, das ich dann gemütlich auf einer Bank sitzend genieße.

       

Erst danach gehe ich wieder zur Metro und kaufe mir dort ein Tagesticket. Dies wird dort ganz modern auf einer wiederaufladbare Transponderkarte verkauft. Ich fahre zwei Stationen nach Baixa-Chiado, nehme dort aus Versehen den falschen Ausgang und gehe von dort auch noch in die falsche Richtung. Schließlich finde ich aber das Hostel, das sehr gemütlich und hochwertig eingerichtet ist. Dort verstaue ich meinen Rucksack und erkunde erst einmal die Stadt, bis ich einchecken kann. Nach einem ausgiebigen Stadtrundgang treffe ich pünktlich um 14 Uhr wieder am Hostel ein, beziehe mein Zimmer und schlafe erst einmal eine Runde.
Mehr oder weniger ausgeschlafen setze ich den Stadtrundgang schließlich fort und mache u.a. eine Rundfahrt mit der berühmten Straßenbahnlinie 28 durch die engen Straßen der Alfama. Auch in den Oldtimer-Fahrzeugen auf dieser Linie kann ich meine Transponderkarte verwenden. Den Tag schließt dann der Genuss von zwei „pastéis de nata“, einer portugiesischen Gebäckspezialität, ab.

   

Tag 7

Freitag, 29.03.13

Am Karfreitag genieße ich erst einmal das gute kostenlose Frühstück im Hostel. Dann erkunde ich die Stadt, wobei ich mich wegen des schlechten Wetters zunächst zum Azulejo-Museum aufmache. Von dort fahre ich dann mit einem Bus, in dem ich mit Sicherheit der einzige Tourist bin, mit Schlenkern durch die Hochhausviertel zum Bahnhof Oriente, den ich erst einmal ausgiebig fotografiere. Da es immer noch regnet, erkunde ich nun die künstlerische Gestaltung der Metrostationen. Vor allem die Stationen Oriente und Olaias haben es mir angetan. Die Stationen aus der Anfangszeit der Metro mit ihren Azulejos schaue ich mir auch an, mache davon aber keine Bilder. Die hiesige Metro hat übrigens ebenfalls Linksverkehr und Außenbahnsteige, wird aber durch eine Stromschiene versorgt. Abschließend schaue ich mich noch ein wenig im „Park der Nationen“, dem Gelände der Expo 98, um und esse dann nahe dem Hostel in einem chinesischen All-you-can-eat- (und „Da-weiß-man-was-man-hat-“)Restaurant.

 

Tag 8

Samstag, 30.03.13

Lisboa Cais do Sodré    ab 11.20 R 19039
Lisboa Alcântara-Mar    an 11.24

Am nächsten Tag scheint, wie vom Wetterbericht verheißen, die Sonne, und so mache ich mich auf zu meiner geplanten Tour entlang des Tejo-Ufers. Dazu marschiere ich die kurze Strecke zum Bahnhof Cais do Sodré, wo die S-Bahnen Richtung Cascais abfahren. Den Fahrschein dorthin hätte ich auch auf meine Transponderkarte laden können, das merke ich aber erst, nachdem ich mir schon für 50 Cent eine neue gekauft habe. Ich fahre zwei Stationen bis Alcântara-Mar, um die imposante Brücke des 25. April von nahem zu sehen.

     

Lisboa Alcântara-Mar    ab 11.45 R 19041
Belém                   an 11.47

Den nächsten Zug der samstags alle 20 Minuten verkehrenden Linie erreiche ich gerade so und fahre damit nur eine Station weiter nach Belém, wo ich mir das Denkmal der Entdeckungen, das Hieronymiten-Kloster und den Turm von Belém anschaue. Laut meinem Plan ist es von dort aus kürzer, zur nächsten Station zu gehen, was aber nicht so ganz stimmt. Den Zug eine Stunde später verpasse ich daher knapp und muss noch einmal 20 Minuten warten. Mein Fahrschein ist inzwischen abgelaufen, so dass ich einen neuen auf meine Karte lade.

Algés                   ab 13.11 R 19049
Cascais                 an 13.40
Cascais Terminal        ab 14.10 Bus 403
Cabo da Roca            an 14.32

 

Weiter geht es am Ufer des Tejo entlang, der bald dem Meer Platz macht. Ich schaue besorgt auf den Himmel, der sich immer mehr bewölkt. Aber noch scheint die Sonne oft genug, um von Cascais aus zum Höhepunkt der heutigen Tour zu fahren: dem Cabo da Roca, dem westlichsten Punkt des europäischen Kontinents. In Cascais angekommen, finde ich nach kurzer Suche auch den Busbahnhof, wo es nur noch eine Viertelstunde bis zur Abfahrt der (im Winter) im 80-Minuten-Takt verkehrenden Linie 403 ist.
Der Bus steht bereits einige Minuten früher bereit, und die Kommunikation mit dem Fahrer klappt mit ein paar Brocken Portugiesisch und Englisch hervorragend. Ob ich auch meine Lissabonner Transponderkarte hier verwenden kann, ist mir allerdings nicht klar, also kaufe ich einen Papierfahrschein. Der Bus fährt zügig über die kurvenreiche Strecke zum Kap, wo ich nach etwa einer halben Stunde eintreffe.

Cabo da Roca            ab 15.52 Bus 403
Sintra Estação          an 16.29

Nach einer ausgiebigen Besichtigung mit „Beweisfoto“ gehe ich zurück zur Bushaltestelle, an der wenig später der verspätete Bus zurück nach Cascais eintrifft. Aufgrund des sehr großen Andrangs und da ich lieber über Sintra zurückfahren möchte, warte ich auf den nächsten Bus dorthin. Dieser ist dann auch tatsächlich deutlich leerer und kreuzt auf dem Weg mehrmals die Strecke der historischen Straßenbahn Sintra–Praia das Maçãs. Einen Zug der nur am Wochenende dreimal täglich verkehrenden Bahn sehe ich aber nicht.
In Sintra angekommen, laufe ich gemütlich in die Altstadt und wieder zurück zum Bahnhof. Eigentlich will ich den Zug um 17.40 Uhr nach Lissabon nehmen, aber die Schlange am Automaten vor mir ist lang, und als ich dran bin, will der Automat zunächst nicht so wie ich. Da auch hinter mir eine Menge Leute warten, lasse ich ihnen den Vortritt und den Zug abfahren. Nun bringt mich mein Hobby mal wieder in leichte Schwierigkeiten: Da ich sehe, dass die Bahnsteigsperren offen sind, beschließe ich hineinzugehen, um den ankommenden Zug zu fotografieren. Einen Fahrschein will ich danach kaufen. Nachdem das Foto gelungen ist, sind die Bahnsteigsperren aber wieder zu, und ohne Fahrschein komme ich nicht heraus. Die Fahrkartenautomaten sind aber alle außerhalb der Sperren, also bleibt mir nichts anderes übrig, als per Notrufknopf den Bahnhofsmanager zu rufen, der mich zum Glück nach kurzer Diskussion herauslässt. Ich kaufe mir einen Fahrschein, gehe wieder hinein und setze mich in den Zug.

Sintra                  ab 18.10 R 18804
Lisboa Rossio           an 18.49

       

Die komplikationslose Fahrt führt durch ebenfalls nicht erwähnenswerte Vororte von Lissabon. An der Endstation im Rossio-Bahnhof, der ein hübsches Bahnhofsgebäude im landestypischen manuelinischen Stil hat, steige ich aus, kaufe mir noch eine englische Zeitung und gehe zurück zum Hostel. Gerne wäre ich noch einmal mit dem Santa-Justa-Aufzug gefahren, aber die Schlange ist einfach zu lang. Also bleibe ich den Rest des Abends in meinem vorübergehenden Zuhause, wo ich an einem sehr guten Abendessen teilnehme, bei dem ich mich auch gut mit anderen Alleinreisenden unterhalte. Es fällt mir schwer, daran zu denken, dass die Nacht wegen der Zeitumstellung und der frühen Abreise kurz wird.

Tag 9

Sonntag, 31.03.13

Lisboa Santa Apolónia   ab 09.30 IC 523
Porto Campanhã          an 12.39

Der strömende Regen und die Tatsache, dass ich beim Frühstück fast alleine bin, machen das frühe Aufstehen am Ostersonntag nicht einfacher. Trotzdem bin ich rechtzeitig am Bahnhof, wo ich sogar noch Proviant kaufen kann. Gerne wäre ich eine halbe Stunde später mit dem portugiesischen Starzug Alfa Pendular gefahren, aber laut Buchungssystem waren dort keine Plätze mehr frei. Also setze ich mich in den „Intercidades“, der aus Wagen ähnlich den französischen Corail-Wagen gebildet ist. In Santa Apolónia ist mein Wagen noch ziemlich leer, aber an den Zwischenstationen füllt er sich immer weiter. Trotzdem lasse ich mich nicht stören, etwas Schlaf nachzuholen, zumal die Landschaft im Regen nicht sehr einladend wirkt. Mit leichter Verspätung kommen wir in Portos Hauptbahnhof Campanhã an. Hier besorge ich mir erst einmal ein Tagesticket für den örtlichen ÖPNV, wiederum auf einer Transponderkarte, und steige dann in einen Vorortzug zum Stadtbahnhof São Bento.

Porto Campanhã          an 13.01 R 15160
Porto São Bento         an 13.05

Von São Bento marschiere ich durch den zum Glück nur leichten Regen zum Hostel und deponiere dort wiederum meinen Rucksack. Dann spaziere ich durch die fast gespenstisch leere Stadt bis zur berühmten Ponte Dom Luís I, die ich mit der Metro (die eher eine Stadtbahn ist) überquere. Jetzt bin ich schon in der Nachbarstadt Vila Nova de Gaia, wo sich die Portweinkellereien befinden. Eine solche besuche ich auch, da ich bei der Fahrt mit der Hafenseilbahn einen Gutschein für eine Gratisverkostung bekomme. Danach gehe ich zu Fuß zurück nach Porto, aber der Regen wird immer heftiger. So lasse ich die weitere Besichtigung ausfallen und kehre völlig durchnässt ins Hostel zurück, wo ich mein Zimmer beziehe und sofort die Sachen wechsle. Das Hostel verlasse ich den Rest des Tages auch nicht mehr, da praktischerweise auch hier ein gemeinsames Abendessen angeboten wird.

Tag 10

Montag, 01.04.13

Nach dem Frühstück, bei dem ich außer der Küchenfrau völlig alleine bin, laufe ich (zum Glück trockenen Fußes) zur Metro. Da der Flughafen in einer anderen Zone liegt, kann ich mein am Vortag gekauftes 24-Stunden-Ticket nicht verwenden. Ich bekomme den Automaten auch nicht dazu, etwas anderes als ein neues 24-Stunden-Ticket auf meine Karte zu laden und kaufe daher eine zweite. In der oberirdischen, aber überdachten Station Trindade mache ich noch einige qualitativ nicht perfekte Aufnahmen von der Metro und fahre dann zum Flughafen. Da dieser nicht übermäßig groß ist, geht das Einchecken schnell, so dass ich mir noch eine deutsche Zeitschrift kaufen kann. Diese lese ich beim Warten am Gate schon fast komplett durch. Zum Flugzeug müssen wir zu Fuß über das Vorfeld laufen, und ich bin froh, 10 Euro extra für die Reservierung des Platzes an Fenster und Notausgang gezahlt zu haben. Nur mein Handgepäck darf ich dort nicht unter dem Sitz lagern, wie mir ein Steward mitteilt.

   

Porto                   ab 12.05 FR 4172
Frankfurt-Hahn          an 15.40

Auf dem Flug lese ich das Bordmagazin, schlafe noch eine Runde und nehme die diversen Verkaufsangebote seitens der Flugbegleiter nicht an, obwohl ich gerade in dem Moment, als der Imbisswagen vorbei fährt, Hunger bekomme ... Doch kurz danach beginnen wir auch schon den Landeanflug, und ich versuche dank des wolkenlosen Himmels zu erkennen, wo wir sind. Einen Ort kann ich im Nachhinein anhand von Bahnhof und Autobahnkreuz als Bettemburg identifizieren, und das nahegelegene tiefe Flusstal muss das der Mosel gewesen sein. Schließlich landen wir zwanzig Minuten vor Plan in Hahn, was das Personal veranlasst, die Ryanair-typische Fanfare abzuspielen.
Wieder müssen wir über das Vorfeld laufen, und nach der erfreulichen Wärme im Süden kommt jetzt der Kälteschock, dafür scheint wenigstens die Sonne. Bis ich meinen Rucksack auf dem Gepäckband vorfinde, geht es auch sehr schnell, nur bis zum nächsten Bus nach Frankfurt muss ich laut meinem Fahrplan noch eine Stunde warten. Also setze ich mich erst einmal hin und esse eine Currywurst mit Pommes aus dem reichhaltigen gastronomischen Angebot im ansonsten eher einfach ausgestatteten Flughafen. Als ich fertig bin, höre ich plötzlich eine Durchsage: „Bitte beachten Sie, dass der nächste Bus nach Frankfurt in zehn Minuten fährt!“ Das stimmt zwar weder mit meinem ausgedruckten noch mit dem ausgehängten Fahrplan überein, trotzdem lasse ich mir das nicht zweimal sagen, kaufe an einer kleinen Bude draußen vor der Tür für 14 Euro einen Fahrschein und setze mich in den Bus.

Frankfurt-Hahn          ab 16.05 Bus 600
Frankfurt (Main) Hbf    an 17.50

Der Bus wird durch das Unternehmen Bohr betrieben, das seinen Hauptsitz, wie ich unterwegs feststelle, nur wenige Kilometer vom Flughafen entfernt hat. Warum Ryanair dagegen auf die Idee gekommen ist, den Flughafen nach Frankfurt zu benennen, ist mir dagegen weniger klar, denn die Fahrt über die autobahnähnliche B 50 und die A 61 zieht sich. Ich überlege, ob ich am Zwischenhalt am „echten“ Frankfurter Flughafen aussteigen soll, entscheide mich aufgrund des langen Wegs zum Fernbahnhof aber dagegen. Etwa fünf Minuten vor der Abfahrt des ICE nach Aschaffenburg erreichen wir den Frankfurter Hauptbahnhof.

Frankfurt (Main) Hbf    ab 17.54 ICE 725
Aschaffenburg Hbf       an 18.22

Da der Zug laut Anzeigetafel pünktlich ist, stelle ich mich schon darauf ein, ihn nicht mehr zu erreichen. Doch er steht noch da, und ich erinnere mich an die Möglichkeit, im Fernverkehr Fahrscheine im Zug zu kaufen. Also gehe ich nach der Abfahrt zur Schaffnerin, die mir den Fahrschein sogar ohne Aufpreis und auf meine Kreditkarte verkauft. Fast pünktlich in Aschaffenburg angekommen, erreiche ich dank des neuen Fahrplans auch noch den Bus nach Hause und kann so erst einmal die (teilweise immer noch nassen) Sachen waschen, meinen Eltern von der Reise erzählen und die Fotos auf meinen Rechner laden. Fazit: Es hat sich trotz des nicht immer guten Wetters wieder mal gelohnt, und mindestens in Barcelona und Porto hätte ich auch noch gerne einen weiteren Tag verbracht.

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Letzte Änderung dieser Seite: 29.04.2013