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Busse & Bahnen > Reiseberichte > Bamberg 2002

Reisebericht Bamberg 6.-11.11.02

Planung
Hinfahrt
Rückfahrt

Planung

Durch die Einladung eines Freundes nach Bamberg für den Herbst 2002 bot sich mir die ideale Gelegenheit, die kurz vorher eröffnete Neubaustrecke Köln–Frankfurt zu testen. Als Termin hatten wir den 6. bis 11. November vereinbart, und nach intensiver Suche in der DB-Reiseauskunft suche ich mir folgende Verbindungen aus:

Auf der Hinfahrt benutze ich zwischen Köln und Frankfurt den Vorlaufbetrieb auf der NBS – für dieses Erlebnis zahle ich natürlich auch gerne die 12 € Shuttlezuschlag. Weiter soll es dann mit dem herkömmlichen EC und ab Würzburg mit dem RE gehen.
Für die Rückfahrt lohnt sich eine Fahrt über die NBS nicht, da die Züge Richtung Köln seltsamerweise vom 9.-29. November eine um 11 min verlängerte Fahrzeit haben. Daher fahren sie in Frankfurt vor der Ankunft der IC aus Würzburg ab – ich vermute, dass irgendwelche Bauarbeiten auf der NBS dahinter stecken. Ich entscheide mich also für eine Rückfahrt über Kassel, die etwa genau so schnell ist wie die Hinfahrt über die NBS, aber etwa gleich viel kostet wie die Fahrt über die herkömmliche Rheinstrecke.

4 Tage vorher kaufe ich die Fahrkarten am Automaten, der für die gesamte Fahrt insgesamt 11 Belege ausspuckt (Fahrkarte, 2 Reservierungen, Verbindungsübersicht, Zahlungsbeleg jeweils für Hin- und Rückfahrt sowie Shuttlezuschlag Hinfahrt). Um mein Semesterticket optimal auszunutzen, kaufe ich Hin- und Rückfahrt getrennt jeweils ab bzw. bis Verbundgrenze (Langenfeld bzw. Kamen). Inklusive dem IR-Zuschlag Kamen–Dortmund für die Rückfahrt kostet das Ganze übrigens genau 100 Euro.

Hinfahrt

Mittwoch, 6.11.02

Recklinghausen Hbf  ab 10.51 RE 12012
Essen Hbf           an 11.14
Essen Hbf           ab 11.21 RE 10516
Düsseldorf Hbf      an 11.54
Düsseldorf Hbf      ab 12.02 IC 517
Köln Hbf            an 12.25

Am Mittwoch morgen geht es los: Mit dem Bus in Recklinghausen angekommen, entscheide ich spontan, statt des ursprünglich geplanten IR doch mit Regionalexpressen nach Köln zu fahren. Also geht es mit dem RE 2 nach Essen und von dort mit dem RE 11 nach Duisburg. Leider beträgt dort die Übergangszeit zum RE 5 nach Köln nur eine Minute (wenn auch am gleichen Bahnsteig). Da der RE 11 aber 2 Minuten Verspätung hat, ist der RE 5 weg, so dass ich nach Düsseldorf weiterfahre. Dort kaufe ich mir einen Fahrschein nach Köln (Leverkusen-Rheindorf hätte auch gereicht) und setze mich in den IC, der dann auch pünktlich in Köln ankommt. Die 20 Minuten Übergangszeit verbringe ich in der mehrgeschossigen Bahnhofsbuchhandlung – natürlich in der Eisenbahnabteilung.

Köln Hbf            ab 12.46 ICE 1055
Frankfurt Hbf       an 14.02

Einige Minuten vor Abfahrt des Zuges begebe ich mich auf Gleis 4, wo kurz danach der ICE 3 (in Einfachtraktion) bereitgestellt wird. Zur Erinnerung an dieses Ereignis nehme ich die Einfahrt des Zuges (sowie einen Teil der Fahrt nach Frankfurt) auf Video auf. Der Zug fährt pünktlich ab, nicht ohne dass der Zugführer vorher noch auf die Zuschlags- und Reservierungspflicht hingewiesen hat. Ich sitze rechts am Fenster, was sich später als die wohl weniger interessante Seite herausstellen wird.

Nach der Fahrt durch diverse Kölner Vororte kann man die Baustelle für die Flughafenspange erkennen, die hier ausgefädelt wird. Einige Kilometer weiter noch einmal dasselbe – hier trifft die Strecke wieder auf die NBS. Mittlerweile weiß ich nicht mehr ganz genau, wo wir sind, was auch an den vielen Lärmschutzwänden und Tunneln entlang der Strecke liegt. Noch laufen aber die alten Strecken Köln–Siegen und Köln–Wiesbaden parallel. Nach ein paar Minuten sehe ich rechts einen Bahnsteig mit der Beschilderung „Siegburg-Bonn“, kurz darauf schwenkt die NBS von der Siegener Strecke ab und der Zug nimmt Fahrt auf.

Nach wie vor gibt es an der Seite viele Lärmschutzwände und -wälle sowie Tunnel, so dass man von der (immer gebirgiger werdenden) Landschaft nicht viel erkennen kann. Links ist öfter die direkt neben der Strecke verlaufende A 3 zu sehen (das ist auch der Grund, warum die linke Seite die interessantere ist – besonders das Video davon wäre wohl recht eindrucksvoll geworden). Im ICE 3 gibt es leider nicht die aus den früheren Baureihen bekannte Geschwindigkeitsanzeige (jedenfalls fällt sie mir zu diesem Zeitpunkt nicht auf) – ich messe also mit Hilfe von Uhr und Kilometersteinen selber und stelle fest, dass wir die Höchstgeschwindigkeit von 300 km/h bereits erreicht haben. Schon eindrucksvoll, zumal Züge mit älteren, nicht druckdichten Wagen schon bei Tempo 100 wesentlich lauter sind als jetzt der ICE 3. Von innen sieht er übrigens auch recht gediegen aus – auf jeden Fall schöner als der TGV und, wie ich finde, auch mit größerer Beinfreiheit. Meine Eltern fragen später beim Anschauen der Videoaufnahme, ob es sich vielleicht dabei um die erste Klasse handele.

Zwischenzeitlich fliegt der Bahnhof Montabaur vorbei, und kurz darauf wird schon der Halt in Limburg Süd angekündigt [Nachtrag: dem einzigen reinen ICE-Bahnhof im DB-Netz]. Auf einer Talbrücke mit einem schönen Blick über die Stadt mit Dom überqueren wir die Lahn, dann erreichen wir zwei Minuten vor Plan den Bahnhof – der offensichtlich auf dem freien Feld liegt und noch nicht ganz fertig aussieht. Der einzige markante Punkt im Umfeld ist eine gelbe Säule mit der Aufschrift „Limburg Railport“ – hier soll anscheinend ein Gewerbegebiet entstehen, von dem aber noch nichts zu sehen ist.

Ich stelle fest, dass die beiden Sitze direkt links vom Gang frei (geworden?) sind und setze mich dort ans Fenster, um den Bahnhof mal von der anderen Seite zu betrachten. Soeben fährt der Zug nach Köln ab, der Bahnsteig ist gleich danach praktisch menschenleer (was aber auf unserer Seite auch nicht anders ist). Pünktlich um 13.28 Uhr geht es weiter – hier kann der Zug sofort auf die volle Geschwindigkeit beschleunigen, was ich natürlich auch mit der Kamera dokumentiere. Ausgerechnet jetzt ist die A 3 auf der anderen Seite zu sehen, so dass aus dem Video „Auto gegen ICE“ wieder nichts wird. Als wir nach ca. drei Minuten wieder mit Tempo 300 unterwegs sind, gehe ich nach vorne in die Lounge, um ein paar Aufnahmen aus Lokführersicht zu machen. Die Tür zum Führerstand ist offen, da offensichtlich irgendwelche Messungen durchgeführt werden – es wuseln mehrere Leute hinein und heraus, und niemand stört sich daran, dass ich filme. Aus dieser Perspektive hat die Fahrt noch mehr Achterbahncharakter, was allerdings nachher auf der Aufnahme nicht gut zu erkennen ist.

Nach zwanzig Minuten ist der Geschwindigkeitsrausch beendet – wir erreichen (wieder einige Minuten vor Plan) Frankfurt Flughafen Fernbahnhof, einen recht futuristischen Bahnhof, der mich an den Flughafenbahnhof in Paris erinnert. Weiter geht es über die herkömmliche Strecke nach Frankfurt Hbf – vorher gibt es natürlich noch einen (wegen des Wetters etwas getrübten) Blick über die Skyline. Wenn die Fahrzeiten auf der Strecke so bleiben, könnte das die Pünktlichkeit im Fernverkehr drastisch steigern – wir sind wieder drei Minuten zu früh.

Frankfurt Hbf       ab 14.19 EC 23
Würzburg Hbf        an 15.30

In Frankfurt angekommen, filme ich kurz die große rote 1, mit der die DB für die NBS wirbt und esse eine Portion Pommes, bevor es dann um 14.19 Uhr schon weiter geht. Der Zug trifft etwas zu spät ein und besteht vorne (also Richtung Prellbock) aus einer 101 mit Bayer-Werbung, ÖBB-Wagen in der Mitte und am anderen Ende einem IC-Steuerwagen der DB. Somit muss die Lok nicht gewechselt werden, und es geht mit nur geringer Verspätung weiter Richtung Würzburg. Nach ca. 5 Minuten Fahrt bleiben wir allerdings stehen und bekommen mitgeteilt, dass sich die Weiterfahrt wegen eines vor uns liegen gebliebenen Personenzuges verzögern werde.

Als es schließlich weiter geht, folgt nach einiger Zeit die Durchsage, dass nach Würzburg nicht die NBS benutzt werden kann, weil „die technischen Einrichtungen dieses Zuges dafür nicht ausreichen“ – ich vermute einen nicht druckdichten Wagen als Ursache [Nachtrag Dezember 2013: vielleicht auch eher mangelndes Selbstrettungskonzept-geschultes Personal]. So bleibt Zeit, die Landschaft in Unterfranken sowie das Ambiente der ÖBB-Großraumwagen (wegen der durchgehenden vis-à-vis-Sitzanordnung erinnern sie mich etwas an Nahverkehrswagen) ausgiebig zu genießen, bevor wir dann mit 20 Minuten Verspätung in Würzburg eintreffen. Der RE nach Bamberg wird im Zug zwar angesagt, auf dem Bahnsteig aber nicht mehr – daher sehe ich davon auch nicht einmal mehr die Rücklichter. Also heißt es den Gastgeber telefonisch informieren und 45 Minuten im doch recht kalten Würzburg warten – die Gelegenheit nutze ich, um ein paar dortige Straßenbahnen und Busse zu fotografieren.

Würzburg Hbf        ab 16.40 RB ?????
Bamberg             an 17.51

Um 16.40 Uhr geht es dann weiter, leider nicht mit dem RE, sondern mit einer Regionalbahn, die an allen Bahnhöfen hält und daher fast 20 min länger braucht. Da es schon dunkel ist, kann ich auch nicht mehr viel von der Landschaft erkennen und lese mir daher u.a. einen Prospekt über das deutsch-tschechische Freundschaftsticket durch. Um 17.51 Uhr erreiche ich etwas ermüdet Bamberg, wo es mindestens 5 Grad kälter ist als zu Hause.

In den insgesamt 4 Tagen in Bamberg gibt es recht viel zu sehen, die Stadt selber ist sehr schön und erinnert mich teilweise an Prag (wegen des Dombergs und dessen Lage jenseits des Flusses) und ans Elsass (wegen „Klein-Venedig“ und der Fachwerkhäuser). Auch Nürnberg, wohin wir einen Tagesausflug machen, ist sehr sehenswert. ÖPNV-mäßig gibt es immerhin das Bamberger Busnetz, die Bahnstrecke Bamberg – Nürnberg und die Nürnberger U-Bahn zu bewundern (damit habe ich jetzt alle mit Stromschiene betriebenen U-Bahnen in Deutschland gesehen).

Rückfahrt

Montag, 11.11.02

Bamberg             ab  9.26 RE 20662
Würzburg Hbf        an 10.24

Am Montag morgen geht es pünktlich um 9.26 Uhr mit dem Regionalexpress zurück. Diesmal bekomme ich einiges von der Landschaft zu sehen: Links verläuft der Main in einem insgesamt ca. 5 km breiten Tal, rechts ist erheben sich in geringer Entfernung Berge, in denen teilweise eine Mischung aus Nebel und Wolken hängt (sonst ist es an diesem Tag verhältnismäßig klar). Wir halten diesmal nur in Haßfurt und Schweinfurt, und kurz vor 10.30 Uhr treffen wir leicht verspätet in Würzburg ein. Ich gehe hinüber auf den Bahnsteig, von dem der ICE abfahren soll (eben fährt ein IC nach Dortmund ab, mit dem ich eine halbe Stunde länger gebraucht hätte), komme gerade noch dazu, am Nebengleis eine Garnitur PumA-Wagen zu fotografieren, da fährt auch schon mein Zug ein, der interessanterweise aus einer Doppeltraktion ICE3 besteht.

Würzburg Hbf        ab 10.33 ICE 882
Kassel-Wilhelmshöhe an 11.36

Der vordere Zugteil fährt bis Hamburg, der hintere endet in Hannover. Ich nehme meinen Platz ein (diesmal leider kein Fensterplatz), während der Zug bereits pünktlich abfährt. Gleich hinter dem Hbf beginnt die NBS Würzburg–Hannover, und der Zug nimmt Fahrt auf. Diesmal setze ich die eigens mitgebrachten Kopfhörer ein, um das ICE-Audioprogramm zu testen. Plötzlich bleibt der Zug in einem der Überholungsbahnhöfe (auf dem durchgehenden Gleis) stehen, und das Audioprogramm wird für eine unverständliche Ansage unterbrochen. Beim zweiten Anlauf erfahren wir, dass sich die Weiterfahrt sich wegen einer Signalstörung verzögern werde. Ich weiß nicht, wie lange es tatsächlich gedauert hat, ich schätze 5-10 Minuten. In jedem Falle trifft der Zug mit 17 Minuten Verspätung in Fulda ein, wo auch schon einige Anschlusszüge abgefahren sind.

Auf der weiteren Strecke bis Kassel gibt es wenig Besonderes: Wie schon seit Würzburg werden lange Tunnel von kurzen Talbrücken und Einschnitten abgelöst, hin und wieder läuft die A 7 parallel. In den Tunneln sieht man hin und wieder einen Gegenzug vorüberhuschen – es bleibt tatsächlich beim Sehen, denn die Züge sind anscheinend gut druck- und schallisoliert. Bald wird der Halt in Kassel angekündigt. Ich bin aufgrund der Verspätung der Meinung, dass es noch ein paar Minuten dauern kann, zumal ich gerne die Musik aus dem Audioprogramm weiter hören möchte, doch auf einmal bremst der Zug stark ab und wir stehen am Bahnsteig. Ich beeile mich, meine Sachen zusammen zu packen, und steige aus. Zum Glück ist die Übergangszeit zum IR ausreichend, und er fährt sogar auf demselben Gleis ab. In der Zwischenzeit kann ich noch etwas die Architektur des Bahnhofs Wilhelmshöhe betrachten, bis dann nahezu pünktlich der Interregio Richtung Düsseldorf eintrifft. Ich setze mich auf meinen Platz (spätestens ab Altenbeken wird es übrigens so leer sein, dass sich die Reservierung für diesen Zug nicht gelohnt hat).

Kassel-Wilhelmshöhe ab 12.00 IR 2552
Dortmund Hbf        an 14.19

Unterwegs gibt es nur wenig Spannendes zu sehen: Auf einigen Bahnhöfen begegnen wir der Kasseler Regiotram, und hinter Warburg kann man die Baustelle für den neuen Eggetunnel erkennen – beziehungsweise für die Zulaufstrecken, die teilweise ein ganzes Stück parallel zur heutigen Trasse verlaufen und aufwändige Stützmauern haben. In Altenbeken mündet das Streckenbündel aus Detmold/Hameln/Ottbergen ein, direkt nach dem Halt im Bf fahren wir über den Altenbekener Viadukt. Spätestens ab Paderborn wird es landschaftlich langweilig (Soester Börde), interessant sind nur die Warnungen zur Höhenbegrenzung vor den vielen Bahnübergängen sowie die Tatsache, dass zwischen Lippstadt und Soest tatsächlich 200 km/h gefahren werden.

Aus unerfindlichen Gründen haben wir eine leichte Verspätung eingefahren, die auch beim Wendehalt in Hamm trotz Steuerwagens nicht abgebaut wird. Daher steige ich wie geplant in Dortmund aus (ohne die Verspätung wäre ein Umstieg in Bochum überlegenswert gewesen) und in die S-Bahn um.

Dortmund Hbf        ab 14.28 S 98222
Wanne-Eickel Hbf    an 14.56
Wanne-Eickel Hbf    ab 14.58 RE 12021
Recklinghausen Hbf  an 15.04

Gleich nach der Abfahrt bekommt die S2 wegen einer kreuzenden S1 Verspätung, so dass der RE in Wanne-Eickel, an den ja „offiziell“ sowieso kein Anschluss besteht, eigentlich schon über alle Berge sein müsste. Doch diesmal habe ich Glück: er hat 5 min Verspätung, so dass ich fast pünktlich in Recklinghausen bin. Selbst der Bus wartet, als er die Fahrgäste aus dem Bahnhof gerannt kommen sieht, und so schaffe ich es tatsächlich, in 6 1/4 Stunden von Bamberg bis zu mir nach Hause zu kommen.

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Letzte Änderung dieser Seite: 04.12.2013